«Innerhalb von drei Stunden trafen 80 Schwerverletzte ein»
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Generaldirektor Eric Bonvin:«Innerhalb von drei Stunden trafen 80 Schwerverletzte ein»

«Wir kämpfen Tag für Tag, um zu heilen»
Crans-Montana-Überlebende meldet sich aus Spital

Eleonora P. überlebte das Feuer in Crans-Montana – nun kämpft sie im Niguarda-Spital in Mailand mit schweren Verbrennungen ums Überleben und teilt ihre Gedanken in den sozialen Medien.
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Eleonora P. überlebte den Brand in Crans-Montana.
Foto: Facebook

Darum gehts

  • Brandopfer von Crans-Montana kämpfen in Spitälern um ihr Leben
  • 24-jähriger Freund rettete 29-jährige Tierärztin aus dem Chaos
  • 17-jähriger Leonardo weiter in Zürich behandelt, Schock prägt Mitschüler
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Die Verletzten der Brand-Tragödie in Crans-Montana kämpfen in den Spitälern um ihr Leben. Unter ihnen ist Eleonora P.*, eine 29-jährige Tierärztin aus der Emilia-Romagna. Nach der Tragödie in der Silvesternacht meldet sie sich nun erstmals aus der Intensivstation des Niguarda-Spitals in Mailand.

«Hier auf der Intensivstation des Niguarda in Milano kämpfen wir Tag für Tag, um zu heilen ... Mein Gedanke gilt den Engeln, die es nicht geschafft haben. Hört niemals auf, das Leben zu ehren!», schreibt sie und teilt dazu ein emotionales Video mit Bildern aus glücklichen Momenten vor der Katastrophe und Szenen aus dem Spital, die sie mit Verbänden und Brandwunden zeigen.

Italienerin wurde von Freund gerettet

P., die beim Brand schwere Verletzungen erlitt, dankt in einem weiteren Post den Menschen, die sie unterstützen: «Hinter jedem Artikel und jeder Schlagzeile steht ein echtes Leben», schreibt sie. «Ein Leben voller Angst, aber vor allem voller Mut und Stärke, um weiterzumachen. Ich möchte meiner Familie danken, meinem sicheren Hafen, und meinem Freund, der an meiner Seite geblieben ist, sogar in diesem Spitalzimmer. Ein riesiger Dank geht an die Ärzte und das gesamte medizinische Personal der Krankenhäuser, die mich mit höchster Professionalität und Menschlichkeit versorgen. Wenn ich heute hier bin, um das zu erzählen, ist es auch ihr Verdienst.»

Wie der «Corriere di Bologna» kürzlich berichtete, verdankt sie ihr Leben ihrem 24-jährigen Freund Filippo B.*, der sie trotz eigener Verletzungen inmitten des Chaos fand und sie sofort ins Spital von Sitten brachte.

«Momentan herrschen Schock, Schweigen und Tränen vor»

P. ist nur eine von mehreren Verletzten der Tragödie. Auch drei Schülerinnen des Mailänder Gymnasiums Virgilio, Francesca, Sofia und Kean, kämpfen im Niguarda um ihre Genesung. Ihre Mitschüler, die nach den Weihnachtsferien ins Klassenzimmer zurückkehrten, sind noch immer zutiefst erschüttert. Tränen und Stille prägen die Schulstunden.

Der 17-jährige Leonardo B., der schwer verletzt wurde, wird weiterhin im Brandverletztenzentrum in Zürich behandelt. Laut dem «Corriere di Bologna» wurden seine Mitschüler und Mitschülerinnen bei ihrer Rückkehr in die Schule von einem Team von Psychologen betreut. Ivan Giacomel, Koordinator der Notfallpsychologie in der Lombardei, erklärte: «Wir haben junge Menschen angetroffen, die sich in einer sehr schwierigen Phase befinden, weit entfernt davon, das Geschehene zu verarbeiten. Es braucht Zeit und Hilfe, damit Gedanken und Emotionen Worte finden. Momentan herrschen Schock, Schweigen und Tränen vor.»

Ebenfalls in Zürich kämpft die 15-jährige Elsa R. ums Überleben. Sie liegt nach zwei Operationen, darunter eine am Darm, weiterhin im künstlichen Koma. Ihr Vater Lorenzo sagte: «Sie ist stabil, aber in einem noch sehr heiklen Zustand. Jede Minute ist ein Gewinn.» Der italienische Präsident Sergio Mattarella besuchte die Familien von Elsa und Leonardo, um seine Unterstützung auszudrücken. «Wir spüren die Nähe Italiens», sagte Lorenzos Vater mit bewegter Stimme.

*Namen bekannt 

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