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Emotionaler Moment:Feuerwehrchef bricht im TV-Interview in Tränen aus

Trauertag für Crans-Montana
Feuerwehr-Kommandant bricht in Tränen aus

Neun Tage sind seit dem Brand-Inferno von Crans-Montana VS mit 40 Toten vergangen. Am Freitag hielt die Schweiz inne. Und trauerte um die Opfer. In Martigny VS sprach Bundespräsident Parmelin zur Menge. In Crans-Montana lauschten Leute via Grossleinwand seinen Worten.
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Am Abend des Trauertages ist die Gedenkstätte vor der ausgebrannten Bar in Crans-Montana so gross wie noch nie.
Foto: AFP

Die Schweiz trauert. Die Welt schaut hin. Am Freitag gedenken Menschen der Opfer des Brandinfernos von Crans-Montana. Hochrangige Politiker sind an der Zeremonie auf dem Expo-Gelände in Martigny VS anwesend – unter ihnen Frankreich-Präsident Macron (48) und Bundespräsident Parmelin (66). Sie erweisen den 40 Toten die letzte Ehre.

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Guy Parmelin empfängt ihn:Emmanuel Macron trifft zur Trauerfeier ein

Dem Anlass wohnen auch zahlreiche Medienleute bei. Gegen 200 Journalisten kommen auf das Expo-Gelände. Auch aus dem Ausland, wie zum Beispiel Italien. Sogar eine chinesische Nachrichtenagentur ist anwesend.

Um 13.59 Uhr schweigt die ganze Schweiz – Trauerminute. Danach ertönen von 14.00 bis 14.05 Uhr im ganzen Land die Kirchenglocken. In der Bundesstadt Bern steht der öffentliche Verkehr still. In Basel versammeln sich Menschen auf dem Marktplatz vor dem Rathaus. In Kloten ZH stellen sich Dutzende Rettungskräfte in Reih und Glied auf. In Schaffhausen tun es ihnen Feuerwehrleute und Sanitäter nach.

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Internationale Gäste in Martigny:Das war die Schweigeminute an der Trauerfeier

Im Feuerwehrdepot Frauenfeld TG ist der Trauertag besonders emotional. Der Kommandant der Stützpunktfeuerwehr, Sandro Heinzmann, ist Walliser. Bei der Trauerfeier hält er die Flagge seines Heimatkantons. Auf die Frage, was ihm beim Gedanken an die Ereignisse durch den Kopf gegangen sei, brach der erfahrene Feuerwehrkommandant sichtlich bewegt in Tränen aus.

Und in Crans-Montana selbst? Da rücken die Menschen bei Schnee und Kälte eng zusammen. Und verfolgen die Übertragung der Zeremonie von Martigny via Grossleinwand. Auch Rentnerin Heidi Guggisberg (67) ist vor Ort. «Es liegt ein Schleier über dem Dorf», sagt sie zu Blick. In den letzten Tagen spüre sie ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit: «Auf den Strassen von Crans-Montana grüssen sich die Leute wieder vermehrt.» Und eine andere Frau meint: «Die Tragödie macht mir im Herzen weh.»

«Bete jeden Abend für jene, die um ihr Leben kämpfen»

Auch Salvatore Castellano (25) aus Napoli trauert. Der junge Mann arbeitet in Crans-Montana: «Erinnern wir uns an jene, die uns verlassen haben.» Und: «Ich bete jeden Abend für die Betroffenen, die noch um ihr Leben kämpfen.»

Vor allem Mathias Reynard, Präsident des Walliser Staatsrats, trifft die richtige Tonalität und wirkt glaubwürdig. «Ein Moment der Freundschaft und des Feierns wurde zu einem Albtraum», sagt der 38-Jährige. 40 Menschen starben, 116 wurden teils schwer verletzt.

Reynard fährt fort: «Heute sind wir hier, um uns an die 40 Seelen zu erinnern. Um zu zeigen, dass wir sie nie vergessen werden.» Kein Wort könne das Kaputte reparieren, sagt der Politiker. «Aber Stille allein hilft nicht. Also reden wir.» Die Stimme Reynards ist dem Brechen nahe und zittert. Er könnte weinen. «Wir sind mit euch. Mütter, Väter, Geschwister, Freunde. Seit der verhängnisvollen Nacht ist keine Minute vergangen, in der wir nicht an euch denken.»

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An Gedenkfeier für die Opfer:Walliser Regierungspräsident bei Rede den Tränen nahe

«Einer für alle, alle für einen»

Reynard bedankt sich auch bei den Einsatzkräften. Er stellt fest: «In diesem Schmerz sind wir vereint wie nie zuvor.» Aber er fordert auch: «Gerechtigkeit muss hergestellt werden.» Zusammen und vereint werde man wieder aufstehen. «Einer für alle, alle für einen.»

Auch Bundespräsident Guy Parmelin spricht zur Menge. «Das Drama hat aus der Schweiz eine Familie gemacht. Wir teilen zusammen das Gewicht dieser Last.» Die Erinnerungen dieser Horrornacht seien die Gesichter der Opfer. «Ihre freudigen Tage, ihre Unbeschwertheit.» Viele der Verletzten und Toten seien in Crans-Montana in den Ferien gewesen. Jungen und Mädchen aus allen Ecken der Welt. «Und es ist bei uns, wo sich ihr Leben komplett verändert hat.»

Die nationale und internationale Solidarität berühre, sagt Parmelin weiter. Er betont, dass man alles daran setzen werde, dass die Wahrheit ans Licht komme – und man werde die Verfehlungen sanktionieren. «Das ist eine moralische Aufgabe und zudem eine Pflicht des Staates.»

Emotional schliesst der Bundespräsident ab: «Viele unserer Kinder sind nicht mehr da. Sie haben uns in einer Bar verlassen, die den Namen einer Sternengruppe trägt. Nun werden die Kinder in unserer Erinnerung weiterstrahlen.»

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Parmelin spricht an Trauerfeier:«Dieses Unglück hat die Schweiz zu einer Familie gemacht»

«Schrille Schreie hallten in der eisigen Kälte wider»

Auch Jugendliche, die während der Tragödie vor Ort waren, treten vor das Mikrofon. Die anwesenden Menschen sind stark betroffen vom Auftritt der drei überlebenden Teenager. «Mit grossen Emotionen ergreifen wir hier das Wort», beginnt die junge Marie Albrecht. «Wir sind an dem Abend in die Bar, um ein letztes Glas zu trinken. Dann wurde es zu einem Albtraum.» Und: «Die Bilder, die sich uns boten, waren unerträglich», erinnert sie sich. «Draussen war es schlimmer als in einem Albtraum. Schrille Schreie hallten in der eisigen Kälte wider. Der Brandgeruch war unerträglich.»

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Jugendliche berührt die Welt:Rede von Überlebenden rührt alle zu Tränen

In Crans-Montana ist es auch am Freitagnachmittag klirrend kalt. Die Stimmung ist nach dem Ende der offiziellen Trauerfeier niedergeschlagen. Viele Menschen gehen nach Hause. Die, die bleiben, weinen und halten sich in den Armen. Tränen – und Umarmungen. Die Schweiz weinte um die Opfer, aber zeigte sich an diesem nationalen Trauertag auch eng beieinander.

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