Darum gehts
- Mann stirbt am 19. Juni nach OP im Spitalzentrum Oberwallis in Visp
- Komplikationen aufgetreten, Patient musste angeblich zwei Stunden reanimiert werden – erfolglos
- Spital arbeitet erst seit einigen Monaten mit System, Staatsanwaltschaft ermittelt zum Todesfall
Am Spitalzentrum Oberwallis in Visp ist es am vergangenen Freitag in einem OP-Saal zu einem Todesfall gekommen. Das berichtet der «Walliser Bote».
Demnach sollte bei dem verstorbenen Mann ein Eingriff an der Niere durchgeführt werden. Ein Tumor sollte entfernt werden.
Beerdigung am Donnerstag
Laut Angehörigen kam es während der Operation allerdings zu schweren Komplikationen, schreibt der «Walliser Bote». Ein Gefäss des Mannes soll verletzt worden sein. Der Eingriff soll mit einem robotergestützten Operationssystem erfolgt sein, das das Spitalzentrum Oberwallis erst vor wenigen Monaten eingeführt hatte.
Nach Auftreten der Komplikationen soll der Eingriff laut dem «Walliser Boten» aber abgebrochen und konventionell fortgeführt worden sein. Angeblich musste der Patient während zwei Stunden reanimiert werden. Jetzt soll das Opfer in Bern obduziert werden. Schon am Donnerstag soll die Beerdigung stattfinden.
Welche Rolle spielte der Einsatz von Robotik?
Gegenüber dem «Walliser Boten» bestätigt die kantonale Staatsanwaltschaft, dass sie Ermittlungen zu dem «aussergewöhnlichen Todesfall» aufgenommen hat. Am 19. Juni sei eine entsprechende Meldung bei der Behörde eingegangen.
Roboterassistierte Chirurgie bedeutet nicht, dass der Roboter selbst operiert. Stattdessen steuert die Chirurgin oder der Chirurg die Instrumente über eine Konsole. Das System übersetzt die Handbewegungen in präzise Instrumentenbewegungen im Körper des Patienten und filtert dabei selbst kleinste Zitterbewegungen heraus. Die Justiz muss jetzt die Frage klären, ob die Technik bei dem Todesfall eine Rolle spielte.
Auf Anfrage des «Walliser Boten» teilt die Direktion des Spitalzentrums Oberwallis mit, sie dürfe sich «aufgrund des Berufs- sowie Amtsgeheimnisses» nicht äussern.