Darum gehts
- Polizeigewalt-Vorwürfe bei Anti-G7-Demo in Genf am 14. Juni
- 28-Jähriger schwer verletzt, Polizei in Zivil soll beteiligt sein
- Opfer mit Handbruch, Blutergüssen und Kopfverletzung im Fokus der Ermittlungen
Mutmassliche Polizeigewalt am Rande einer Anti-G7-Demonstration in Genf: Wie «Tribune de Genève» unter Berufung auf mehrere Augenzeugen berichtet, soll ein 28-jähriger Schweizer am Sonntag gegen Mitternacht von Polizisten in Zivil brutal zusammengeschlagen worden sein. Hintergrund war offenbar die Anti-G7-Demo im Stadtteil Pâquis.
Der Mann gibt an, von den Polizisten verfolgt, zusammengeschlagen, mit Tränengas besprüht und anschliessend mit Handschellen gefesselt worden zu sein. «Er dachte, er würde sterben», erklärt die Schwester des Opfers. Zuvor wollte er Angehörige offenbar mit Lebensmitteln versorgen, die das Viertel Pâquis aufgrund einer Polizeisperre nicht verlassen konnten.
Video kursiert in den sozialen Medien
Anwohner des Viertels wurden Zeugen der Szene. «Ein Polizeiauto fuhr vorbei, ohne anzuhalten», berichtet einer von ihnen. In einem Video ist zu sehen, wie eine Patrouille die gewalttätige Szene beobachtet und den Ort anschliessend verlässt.
Der Betroffene, seine Angehörigen und mehrere Zeugen bestreiten gegenüber der Zeitung, dass sich das mutmassliche Opfer geweigert habe, den Anweisungen der Polizei Folge zu leisten.
Auch Paar auf Velo angegriffen?
Der 28-Jährige erlitt unter anderem einen Handbruch, schwere Blutergüsse und eine Kopfverletzung. Ein Paar, das mit dem Velo unterwegs war und laut eigenen Aussagen ebenfalls angegriffen wurde, hat ebenfalls Anzeige erstattet.
Die Genfer Polizei bestätigt, dass im Rahmen der Sicherheitsmassnahmen zum G7-Gipfel eine Festnahme stattgefunden hat, gibt jedoch keine weiteren Kommentare ab. Sie teilt mit, dass derzeit Überprüfungen und eine Analyse im Gange seien.