Ärzte registrieren auffällig viele Infektionen
Borkenflechte breitet sich bei Kindern in der Westschweiz aus

In der Westschweiz registrieren Kinderärzte aktuell auffallend viele Fälle von Borkenflechte – einer hochansteckenden Hauterkrankung, die sich in juckenden Rötungen, Eiterbläschen und gelblichen Krusten äussert.
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In der Westschweiz werden aktuell auffällig viele Fälle der bakteriellen Hautinfektion Borkenflechte verzeichnet.
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Darum gehts

  • In der Westschweiz steigen Fälle von Borkenflechte bei Kindern stark an
  • Infektionen äussern sich aktuell mit besonders blasenbildenden Symptomen
  • Hochansteckende Hautinfektion wird durch Bakterien ausgelöst
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Während die Erkältungssaison immer mehr an Fahrt aufnimmt, häufen sich in der Westschweiz zusätzlich Fälle einer Infektionskrankheit, deren Hauptsaison eigentlich typischerweise im Sommer liegt. Kinderärzte in der Romandie, besonders im Kanton Waadt, verzeichnen aktuell eine auffällig hohe Zahl an Borkenflechte-Fällen bei Kindern, wie «24 heures» berichtet.

Die bakterielle Hautinfektion – von Medizinern als Impetigo oder Impetigo contagiosa bezeichnet – breitet sich in diesem Herbst durch eine besonders ausgeprägte Form aus, sagt Taddeo Ilaria, leitende Ärztin des Notfallzentrums für Kinder bei Vidymed in Lausanne gegenüber der Zeitung. «Es handelt sich nicht um eine Epidemie, sondern um mehrere Fälle mit einer besonderen, blasenbildenden Form. Diese ist auf ein exfoliatives Toxin bestimmter Staphylococcus-aureus-Stämme zurückzuführen, das eine oberflächliche Ablösung der Haut verursacht.»

Gesundheitsamt registriert Zunahme der Fälle

Auch das Gesundheitsamt des Kantons Waadt registriert aktuell eine Zunahme gemeldeter Fälle durch Kinderärzte. Die Situation sei jedoch nicht alarmierend, beruhigt die Behörde gegenüber «24 heures».

Da es sich bei der Borkenflechte um keine meldepflichtige Infektion handelt, kann das Bundesamt für Gesundheit (BAG) keine Angaben zur Ausbreitung der Fälle in der Schweiz machen, sagt Mediensprecher Simon Ming zu Blick.

In der Regel handelt es sich um eine oberflächliche und gut behandelbare Hautinfektion. Da die Borkenflechte jedoch hochansteckend ist, sollten Eltern von betroffenen Kindern nach den ersten Symptomen schnell handeln.

Wie erkenne ich die Erkrankung?

Typischerweise treten die ersten Anzeichen einer Borkenflechte im Mund- und Nasenbereich auf. Auch am Kinn oder hinter den Ohren können die Symptome auftreten, heisst es auf der Webseite von «Pädiatrie Schweiz» – der Fachgesellschaft der Kinder- und Jugendärzte in der Schweiz. Bei Kleinkindern oder Babys zeigen sich die Symptome auch in der Windelregion. Auch an Beinen oder Armen kann sie auftreten.

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Die Borkenflechte äussert sich in Form von juckendem, manchmal schmerzendem, rotem Ausschlag, Pusteln und wasser- oder eitergefüllten Bläschen. Rasch platzen die Bläschen auf und hinterlassen gelbliche Krusten oder feuchte Hautstellen. In der Regel heilt Borkenflechte folgenlos und ohne Narben zu hinterlassen ab. Komplikationen sind eher selten. Auch ohne Behandlung tritt die Infektion nur selten in tiefere Hautschichten ein.

Wie kommt es zur Ansteckung?

Die hochansteckende Borkenflechte wird über Körperkontakt oder den Kontakt mit Gegenständen, auf denen sich Erreger befinden, etwa über Spielsachen, Handtücher oder Geländer übertragen, heisst es in einem Infoblatt der Stadt Zürich. In Kitas, Kindergärten oder Schulen kann sich die Krankheit daher rasant ausbreiten. Ausgelöst wird die Hautinfektion durch Bakterien wie Staphylokokken (Staphylococcus aureus) oder Streptokokken (Streptococcus pyogenes). Typischerweise infizieren sich Kinder mit der Krankheit, selten sind auch Erwachsene betroffen.

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit dauert es in der Regel zwei bis zehn Tage. Bis die offenen Hautstellen abgeheilt und die Krusten abgefallen sind, besteht Ansteckungsgefahr. Besonders im Sommer erlebt die Borkenflechte ihre Hauptsaison: Heisses, feuchtes Wetter und vermehrtes Schwitzen begünstigen das Bakterienwachstum auf der Haut. Die Infektionsketten können sich aber auch bis in den Herbst hineinziehen.

Wie wird die Krankheit behandelt?

Zur Behandlung der Infektion wird typischerweise antibiotikahaltige Salbe auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen, heisst es bei «Pädiatrie Schweiz». Bei schwereren Verläufen können auch Antibiotika-Tabletten eingesetzt werden. Mit Behandlung kann die Borkenflechte in etwa ein bis zwei Wochen abheilen, unbehandelt kann es bis zu drei Wochen dauern.

Um eine weitere Ausbreitung im eigenen Haushalt oder im Kindergarten oder der Schule zu vermeiden, braucht es konsequente Hygienemassnahmen. Betroffene sollten sich mehrmals täglich die Hände waschen und die betroffenen Stellen möglichst nicht direkt berühren. Gegenstände wie etwa Handtücher sollten möglichst nicht gemeinsam verwendet werden.

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