US-Paar verzweifelt fast an der Schweiz
«Das erste Jahr war furchtbar»

Ein Paar aus den USA erfüllte sich den Traum, in der Schweiz zu leben. Doch der Anfang ist alles andere als einfach – Sprachbarriere, striktere Regeln und eine andere Mentalität bringen die Amis fast zum Verzweifeln.
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Mama Emily gefällt das Leben in der Schweiz.
Foto: Instagram@thetooligans

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • US-Paar zieht 2013 nach Schweiz, erlebt Kulturschock und schwierige Integration
  • Schweiz auf Platz 36 von 46 bei Gastfreundschaft laut Umfrage
  • Familie mit 4 Kindern schätzt Sicherheit, lebt seit 13 Jahren in Therwil
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Natalie ZumkellerRedaktorin News

Berge, Schokolade, Käse. Daran dachten Emily und Robert Toole aus dem US-Bundesstaat Connecticut, als sie 2013 beschlossen, ihre Koffer zu packen und in die Schweiz zu ziehen. «Wir dachten: Vielleicht probieren wir das mal zwei Jahre lang aus», sagte Emily gegenüber CNN.

Kurz vor der Abreise heirateten die beiden noch, Emily nahm einen Job in Genf an, und Robert folgte ihr kurz darauf. Doch schnell wurde den beiden klar: Das Leben in der Eidgenossenschaft unterscheidet sich markant von ihrem gewohnten Alltag in den USA. «Das erste Jahr war furchtbar», so die US-Amerikanerin.

«Kulturen prallen aufeinander»

Besonders schwergefallen sei ihnen, Kontakte aufzubauen. Robert habe das Leben in der Schweiz zunächst gar «gehasst», wie er selbst sagt. «Es hat wirklich eine Weile gedauert, bis ich das Gefühl hatte, dazuzugehören. Die amerikanische und die schweizerische Kultur prallen definitiv aufeinander.»

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Speziell überrascht habe es die beiden, dass sie in ihrer neuen Heimat von ihren neuen Nachbarn nicht mit einem «Willkommensgericht» begrüsst wurden. «Man muss selbst die Initiative ergreifen, um Leute kennenzulernen und sich zurechtzufinden. Es gibt kein Begrüssungskomitee.» So hat das US-Paar gemerkt: Schweizer und Schweizerinnen tendieren dazu, «unter sich zu bleiben».

Trotz des holprigen Anfangs identifizierten sich die beiden immer mehr mit ihrer Wahlheimat. Besonders geholfen hätten Mitgliedschaften in Vereinen. Robert ist Teil einer Stand-up-Comedy-Gruppe und Emily in einem Running-Club. Auch die Geburt des ersten Kindes half, «Wurzeln zu schlagen».

Schweiz brilliert nicht mit Gastfreundschaft

Mittlerweile wohnt die Familie in Therwil BL. Das Paar schätzt die Freiheit und Unabhängigkeit, die die vier Kinder in der Schweiz geniessen. «In den letzten 13 Jahren gab es bei uns noch nie einen Zwischenfall. Ich weiss nicht, ob man das in den USA auch sagen könnte.»

Dass es hierzulande nicht einfach ist, sich zu integrieren, zeigt sich auch an den Erfahrungen anderer Expats. «Ich will mich integrieren, und obwohl ich es ernsthaft versuche, habe ich bisher noch keinen Weg in die Gesellschaft gefunden», sagte ETH-Student Michal Tešnar (24) aus Tschechien gegenüber SRF.

Auswertungen zeigen, dass die Schweiz tatsächlich nicht unbedingt offen ist. Eine jährlich durchgeführte Umfrage von Internations zum Thema ergab, dass sich die Schweiz in Sachen Gastfreundschaft mit Platz 36 von 46 zufriedengeben muss. Noch weiter hinten liegt man in Bezug auf Freundschaften finden und soziale Kontakte knüpfen – da landen wir auf Platz 41.

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