Darum gehts
- In Oensingen floh ein Rind von einem Tiertransporter und wurde erschossen
- Das Tier übersprang eine Rampe, lief Richtung Autobahn und entkam nicht
- Am 11. März flüchtete auch ein Kalb, das ebenfalls erschossen wurde
In Oensingen SO konnte am Freitag ein Rind aus einem Tiertransporter abhauen. Videos zeigen, wie das Tier auf einer Landstrasse umher galoppiert. Gefilmt hat das Video eine Tierschutz-Aktivistin der Gruppe «Basel Animal Save», die vergeblich versucht hatte, das entflohene Tier zu retten.
Die Kantonspolizei Solothurn bestätigt den Vorfall gegenüber Blick. «Ein ‹Angus Muni› konnte beim Umladen von einem Tiertransportfahrzeug auf ein anderes Tiertransportfahrzeug eine Seitenschutzrampe überspringen und folglich in Richtung Autobahn A1 wegrennen», erklärt ein Sprecher. Die Flucht des Tieres endete allerdings tragisch. «Weil alle Versuche, den Muni einzufangen scheiterten, musste das Tier als letzte Option durch eine fachkundige Person erlegt werden.»
«Es ist so furchtbar»
Tierrechtsaktivist Olivier Bieli ist entsetzt über das tragische Ende der Flucht des Rindes. Er hat die vergebliche Rettungsaktion mit der Aktivistin vor Ort koordiniert. «Sie hat den Schuss nicht gehört, aber gesehen, wie das Tier tot am Boden liegt», sagt er am Telefon zu Blick.
In den Kommentaren unter dem Video zeigen viele Menschen grosses Mitleid mit dem Tier. «Wie gerne wäre ich gerade vor Ort... Ich würde es verschwinden lassen, zu 100 Prozent», schreibt ein User. «Es ist so furchtbar, und der Moment der Freiheit ist geprägt von Todesangst und Flucht», kommentiert jemand anderes.
Zweite Flucht in wenigen Tagen
Es ist das zweite Mal in kurzer Zeit, dass in Oensingen ein Rind aus der Tierwirtschaft flüchtet. Am Morgen des 11. März übersprang ein Kalb einen Seitenrampenschutz auf dem Gelände des Schlachtbetriebs der Bell AG. Darüber berichtete unter anderem die «Solothurner Zeitung».
Auch diese Flucht nahm allerdings ein tragisches Ende. Nach etwa einer Stunde wurde das Kalb von einem Wildhüter erlegt. Die Kantonspolizei Solothurn bestätigte, dass Versuche, das Tier lebend einzufangen, scheiterten.