Darum gehts
- Frau stirbt nach Zali-Skandal, tot im Luganersee entdeckt
- Blutalkoholspiegel hoch, Medikament Benzodiazepinen nachgewiesen
- 18. August: Fund der Leiche, Ermittlungen ohne Dritte-Beteiligung
Der Fall sorgte in der ganzen Schweiz für Aufsehen. Eine 52-Jährige hatte Mitte Juli ein heimlich aufgezeichnetes Gespräch mit dem Tessiner Regierungsrat Claudio Zali (64) veröffentlicht. Darin sagte der Lega-Politiker, er habe eine Frau verprügelt. Daraufhin gab der Regierungsrat seinen Rücktritt bekannt.
Einige Wochen nach Zalis Rücktritt wurde die Frau, die das Telefonat veröffentlichte, tot im Luganersee aufgefunden. Jetzt hat die Kantonspolizei Tessin neue Einblicke in den Obduktionsbericht veröffentlicht.
Die Todesursache ist demnach auf die akuten Folgen einer Erstickung durch Ertrinken zurückzuführen. Ausserdem sei im Blut der Ertrunkenen «ein sehr hoher Blutalkoholspiegel» festgestellt worden. Gleichzeitig wurden Spuren des Medikaments Benzodiazepin gefunden, das als Beruhigungs- oder Schlafmittel eingesetzt wird.
Alkohol und Medikamente im Blut
Die Kombination aus Alkohol und Medikamenten habe wahrscheinlich die Wachsamkeit, die Koordination und das Bewusstsein der Frau erheblich beeinträchtigt. Deswegen könnte sie etwa vom Ufer in den See gestürzt sein oder Schwierigkeiten beim Schwimmen gehabt haben.
Die Beamten möchten ausserdem nochmals darauf hinweisen, dass sich bislang keine Hinweise auf eine Beteiligung Dritter an der Todesursache ergeben haben. Die Ermittlungen laufen weiter.
Ertrunkene vor Tod angegriffen
Seit dem Tod der 52-Jährigen wird darüber spekuliert, ob ihr Tod mit dem Polit-Skandal um Zali zusammenhängt. Die Frau wurde einige Tage vor ihrem Tod nach einem nächtlichen Schwumm von einem maskierten Mann überfallen. Der Unbekannte verletzte sie im Mund- und Zahnbereich. Die 52-Jährige erstattete darauf Anzeige gegen Unbekannt. Der Angriff soll sich wenige Meter neben dem Ort ereignet haben, wo die Frau am 18. August tot aufgefunden wurde.