Neue Details zum Tessiner Polit-Skandal
Bekannte von Regierungsrat Zali soll ertrunken sein

Nachdem eine 52-Jährige belastende Audioaufnahmen von Claudio Zali veröffentlicht hatte, wurde sie tot im Luganersee aufgefunden. Nun gibt es weitere Details von den Behörden.
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Claudio Zali gab nach der Veröffentlichung eines Telefonmitschnitts seinen Rücktritt bekannt. Darin riet er, eine Frau zu schlagen.
Foto: FRANCESCA AGOSTA

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Frau stirbt nach Zali-Affäre. Sie wurde leblos im Luganersee gefunden
  • Obduktion ergibt keine Hinweise auf Fremdverschulden, mögliche Todesursache Ertrinken
  • Zali-Rücktritt nach Tonaufnahme, Ermittlungen wegen Amtsmissbrauch laufen
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Simone SteinerBundeshausredaktorin

Der Fall sorgte für Aufsehen: Eine 52-Jährige hatte Mitte Juli ein heimlich aufgezeichnetes Gespräch mit dem Tessiner Regierungsrat Claudio Zali (64) veröffentlicht. Darin sagte der Lega-Politiker, er habe eine Frau verprügelt. Der umstrittene Magistrat hatte bereits zuvor für Negativschlagzeilen gesorgt. Nach der Veröffentlichung des Gesprächs wurde der Druck zu gross: Der Regierungsrat gab seinen Rücktritt bekannt.

Doch damit war die Geschichte nicht zu Ende. Einige Wochen nach Zalis Rücktritt wurde die Frau, die das Telefonat veröffentlichte, tot im Luganersee aufgefunden. Passanten eilten ihr zu Hilfe und brachten sie ans Ufer. Doch die Reanimationsversuche blieben erfolglos. Die Rettungskräfte konnten nur noch den Tod der Frau feststellen.

Seither wird darüber spekuliert, ob ihr Tod mit dem Polit-Skandal um Zali zusammenhängt. Am Freitag veröffentlichten die Tessiner Behörden den vorläufigen Obduktionsbericht. Demnach gibt es keine Hinweise auf Fremdverschulden. Die wahrscheinlichste Todesursache sei Ertrinken, heisst es.

Allerdings sind die Untersuchungen noch nicht vollständig abgeschlossen. Der vorläufige forensische Bericht wird durch weitere Abklärungen ergänzt. Insbesondere ein umfassendes toxikologisches Gutachten steht noch aus.

Bereits zuvor angegriffen

Die Verstorbene wurde einige Tage vor ihrem Tod nach einem nächtlichen Schwumm von einem maskierten Mann überfallen. Der Unbekannte verletzte sie im Mund- und Zahnbereich. Die 52-Jährige erstattete darauf Anzeige gegen unbekannt. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, laufen die Ermittlungen in dem Fall noch. Er soll sich wenige Meter neben dem Ort ereignet haben, wo die Frau am 18. August tot aufgefunden wurde.

Die Anwältin der Tochter der Verstorbenen, Micaela Luvini, kann sich den Tod ihrer Klientin nicht erklären. «Suizid schliesse ich persönlich aus», sagte sie dem «Tages-Anzeiger». Wenige Stunden vor ihrem Tod habe sie noch mit der Frau telefoniert. Diese habe ihr von ihren Plänen für den Abend erzählt.

Telefongespräch nur die Spitze des Eisbergs

Regierungsrat Zali legt sein Amt Ende September nieder. Der Lega-Politiker äusserte sich nur kurz nach der Veröffentlichung des Telefongesprächs und beteuerte seine Unschuld. Seither ist er nicht mehr öffentlich aufgetreten.

Zali stand bereits vor der Veröffentlichung der Aufnahme unter Druck. Ein Grund ist eine öffentlich gewordene E-Mail aus dem Jahr 2020. Darin versuchte der Regierungsrat, einen Verantwortlichen des Tessiner Spitalverbunds EOC dazu zu bewegen, einen Bekannten anstelle einer italienischen Grenzgängerin einzustellen.

Zudem soll Zali wegen der Inhaftierung eines 14-Jährigen eine Krisensitzung einberufen haben. Später wurde bekannt, dass der Jugendliche das Kind einer Bekannten von Zali war. Laut «La Regione» wird in diesem Fall wegen Amtsmissbrauchs und versuchter Nötigung ermittelt.

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