Darum gehts
- Claudio Zali tritt bald aus Tessiner Regierung zurück
- Der Lega-Politiker wird seit Tagen scharf kritisiert
- Zali plant Rückkehr als Anwalt und rechtliche Schritte gegen Kritiker
Knall im Südkanton! Der Tessiner Regierungspräsident Claudio Zali (64) will die Kantonsregierung verlassen. Das schreibt der Lega-Politiker in einem Brief, der Radio Ticino vorliegt. Er werde nur noch so lange im Amt bleiben, wie nötig sei, um laufende Geschäfte abzuschliessen. Danach werde er seinen Platz «gelassen» seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger überlassen, wird aus dem Brief zitiert.
In dem Schreiben weist Zali die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Er habe «niemanden geschlagen und niemanden schlagen lassen». Er bezeichnet sich selbst als «keinen gewalttätigen Menschen». Die veröffentlichten Tonaufnahmen seien Ausdruck privater Verzweiflung gewesen, so der Lega-Politiker. Zugleich spricht er von einer beispiellosen medialen und politischen Hetzjagd, die eine weitere Amtsausübung verunmögliche. Nach seinem Rücktritt will Zali wieder als Anwalt arbeiten und rechtlich gegen Personen vorgehen, die aus seiner Sicht die Gesetze verletzt hätten.
Massiver Druck auf Zali
Claudo Zali steht im Tessin seit Tagen wegen mehrerer Affären unter massivem Druck. Für Empörung sorgten veröffentlichte Audioaufnahmen, in denen er einer Bekannten rät, eine Frau zu verprügeln, und erzählt, er habe selbst schon eine Frau geschlagen.
Zudem läuft gegen ihn ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch und versuchte Nötigung im Zusammenhang mit seinem Eingreifen im Fall eines inhaftierten 14-Jährigen.
Was Zali genau vorgeworfen wird und wie die Geschichte für Wirbel sorgt, liest du hier.