«Wer so etwas veröffentlicht, hat nichts in dieser Position verloren!»
Skandal um Penis-Foto bei Nachwuchs-Springreitern

Was als Liebeserklärung auf Whatsapp erschien, wurde für Springreit-Trainer Giovanni B.* zum Fall für die Behörden: In der Story waren auch Penisfotos zu sehen. Der Reiter weist die Schuld von sich.
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Giovanni B. zeigte Penis-Bilder.
Foto: socialmedia

Darum gehts

  • Giovanni B.s Whatsapp-Story zeigte auch Penisfotos
  • Minderjährige im Kader konnten die Bilder sehen
  • Er spricht von Hack; nach Dispensation ist er zurück
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Pascal ScheiberReporter Gesellschaft

Auf den ersten Blick sah der Online-Post aus wie eine harmlose Liebeserklärung an eine Frau. Zu sehen: Die Portraitaufnahme einer Blondine, dazu der Text «Il mio Amore» – meine Liebe. Das Bild erschien im Sommer 2025 auf dem Whatsapp-Profil von Springreitkader Giovanni B.*.

Nur: Wer genauer hinschaute, entdeckte einige unübliche Details. Denn unter dem Portraitfoto der Frau waren noch weitere Bilder zu sehen. Offenbar handelte es sich um einen Screenshot einer Handy-Fotogalerie – je nach Betriebssystem sind weitere Bilder aus der Galerie als Vorschau eingeblendet.

Mehr als eine Liebeserklärung

Und diese kleinen Vorschaubilder bereiten dem Springreiter, der sich vor allem für den Nachwuchs einsetzt, grosse Probleme. Abgebildet ist nämlich ein erigierter Penis in Nahaufnahme, aus verschiedenen Perspektiven in Szene gesetzt.

Der Screenshot wurde auf dem Whatsapp-Profil des Trainers als Story publiziert. Heisst: Jeder Handykontakt von Giovanni B. bekam die Penisfotos potenziell angezeigt.

Und so wurde aus der Liebeserklärung schnell ein veritabler Skandal – und ein Fall für den Staatsanwalt!

Die Aufregung in der Reiter-Szene ist gross. Denn der Rössler hat viele Minderjährige in seinen Kontakten, die plötzlich ungefragt Penisfotos auf ihrem Handy hatten.

Mutter: «Wer solche Dinge veröffentlicht, hat nichts in dieser Position verloren»

Roswitha S.* ist Mutter. Sie reitet, ihr Sohn reitet. Als Mitglied im Nachwuchskader steht ihr Sohn oft mit Giovanni B. im Stall. Im In- und Ausland – bei Wettkämpfen im Springreiten. Auch Roswitha S. traut ihren Augen nicht, als sie den Screenshot sieht.

«Er weiss, dass die 12- bis 21-Jährigen aus dem Kader seinen Status sehen. Wieso tut er das?» Sie ist schockiert. «Wer solche Dinge veröffentlicht, hat nichts in dieser Position verloren», fordert die Mutter.

Auf Nachfrage von Blick bestreitet der Trainer jegliches Fehlverhalten. «Die gegen mich erhobenen Verdachtsmomente haben sich nicht bestätigt», schreibt er. Giovanni B. reichte bei den Behörden Strafanzeige ein. «Die Staatsanwaltschaft hat im Rahmen der durchgeführten Ermittlungen festgestellt, dass ich Opfer eines Cyberangriffs geworden bin.»

Penis-Panne sei «schwierig zu erklären»

Dennoch betont er, dass er die blonde Frau, der offensichtlich die Liebeserklärung gewidmet war, nicht kenne. Nach seinen Angaben soll er über Telegram gehackt worden sein. Das haben die Ermittler so festgestellt, sagt er und sei «schwierig zu erklären».

Als Beweis schickt er Blick ein Dokument der Staatsanwaltschaft. Es soll seine Aussage und das Ergebnis der Ermittlungen stützen. Es zeigt aber: Entgegen Giovanni B.s Aussage hat diese weder ermittelt noch irgendetwas untersucht. Das Schreiben ist eine «Einstellungsverfügung». Das heisst: Ad acta!

Die zuständige Staatsanwaltschaft wollte sich gegenüber Blick nicht weiter zum Fall äussern – aus «Gründen des Datenschutzes und der Privatsphäre».

Der Schweizer Rössli-Verband dispensierte Giovanni B. zwischenzeitlich. Mittlerweile steht er wieder im Stall.

*Name geändert

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