«Das ist ein Affront»
Mini-Airline plant Ausbau am Flughafen Altenrhein SG – Verein schäumt

Die People's Airline baut ihre einzige Flugverbindung ab Altenrhein SG aus. Bei der Organisation Aktion gegen Fluglärm (AgF) sorgt das für rote Köpfe. Präsidentin Cécile Metzler spricht von einem «Affront gegenüber der Anwohnerschaft».
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Der Flugplatz St. Gallen-Altenrhein betreibt mit der People's Airline eine eigene Fluggesellschaft.
Foto: Tino Dietsche

Darum gehts

  • People's Airline ersetzt einzigen Jet durch kleinere Propellermaschine – und erhöht Zahl der Wien-Flüge
  • Der Verein Aktion gegen Fluglärm kritisiert den Ausbau scharf
  • Vereinspräsidentin Cécile Metzler stellt angesichts sinkender Passagierzahlen gar den Fortbestand der Linienflüge infrage
Nathalie Benn, RIngier
Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Bei der Mini-Fluggesellschaft People's Airline stehen Veränderungen an: Die Regional-Airline mit Sitz in Wien (A) und einer Zweitniederlassung am Flugplatz St. Gallen-Altenrhein mustert ihren einzigen Flieger aus. Denn der Embraer E170 mit dem Kennzeichen OE-LMK und dem Taufnamen Laura müsste Ende 2027 einer aufwendigen Überprüfung unterzogen werden. Dabei müssten unter anderem die Triebwerke zerlegt und genau untersucht werden. Den Aufwand – und die Kosten – will sich CEO Thomas Krutzler (51) offenbar sparen.

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Die Folge: Ab kommendem Sommer setzt die Mini-Airline auf eine kleinere Propellermaschine des Typs Dornier 328-100. Statt bisher rund 70 Passagiere haben darin nur noch 32 Personen Platz. Dafür wird die Frequenz auf der Strecke Altenrhein-Wien – der einzigen Verbindung von People's – erhöht. Künftig sind werktags drei statt zwei Hin- und Rückflüge geplant, sonntags zwei statt einer.

Verein kritisiert Ausbau «aufs Schärfste»

Die Ausbaupläne passen längst nicht allen: Die Organisation Aktion gegen Fluglärm (AgF) hat gar keine Freude an den zusätzlichen Flügen von People's. Vereinspräsidentin Cécile Metzler, die selbst unweit des Flugplatzes am noblen Rorschacherberg SG lebt, verurteilt den Ausbau «aufs Schärfste», wie sie in einer Mitteilung schreibt. Ein solcher Schritt in Zeiten der Klimaerwärmung führe jeden Klimaschutz ad absurdum, heisst es darin weiter. Das «St. Galler Tagblatt» hat zuerst darüber berichtet.

Die Dornier-Maschine verursacht laut People's weniger Lärm und CO₂-Emissionen als der Embraer-Flieger. Das begrüsst der Verein als «Schritt in die richtige Richtung». Die zusätzlichen Flugbewegungen seien aber ein «Affront gegenüber den Menschen, die hier wohnen». Vor allem die zusätzlichen «Lärmspitzen» durch mehr Starts und Landungen stossen Metzler sauer auf. Im Gespräch mit Blick bezeichnet sie den Ausbau angesichts der Klima- und Lärmproblematik als «hanebüchen».

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Tatsächliche Lärmbelastung noch unklar

Die Propellermaschine von People's ist leiser, fliegt künftig aber mehr. Ob die Lärmbelastung unter dem Strich zunimmt, deshalb noch offen. Konkrete Messungen zur künftigen Lärmbelastung liegen dem Verein noch nicht vor. Die Präsidentin betont jedoch, dass mehr Starts und Landungen auch weniger Ruhepausen für die Anwohnenden bedeuten würden – selbst wenn das Flugzeug leiser sei.

Auch wirtschaftlich findet Metzler den Ausbau fragwürdig. Es erschliesse sich ihr nicht, weshalb People's trotz gesunkener Passagierzahlen mehr Flüge anbieten will, sagt sie. Laut People's-Chef Krutzler hat sich die Passagierzahl seit der Corona-Pandemie halbiert.

Statt das Angebot auszubauen, müsse man sich angesichts der gesunkenen Nachfrage vielmehr fragen, «ob man damit vielleicht nicht ganz aufhört», sagt Metzler zu Blick. Von drohenden Arbeitsplatzverlusten, auch in der Bodensee-Region, will sie nichts wissen: Das Flughafengelände sei gross genug, um anderen Unternehmen Platz zu bieten. «Diese Arbeitsplätze könnte man ganz sicher mit etwas Besserem, Umweltfreundlichem ersetzen», ist sie überzeugt.

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