Darum gehts
- Ein Swiss-Flugzeug wurde am Samstag im finnischen Kittilä durch starke Windböen in den Schnee geschoben
- Ein von «The Traveller» veröffentlichtes und später in den sozialen Medien verbreitetes Foto des Vorfalls war KI-generiert
- 150 Passagiere befanden sich an Bord, niemand wurde verletzt
Eine Swiss-Maschine, deren Heck tief im finnischen Schnee steckt und scheinbar von mehreren Fahrzeugen abgeschleppt werden muss. Das ist auf einem Foto zu sehen, das vom Reiseportal «The Traveller» am Samstag in einem Artikel über die Schweizer Airline verwendet wurde. Thematisiert wird ein Vorfall vom gleichen Tag, bei dem ein Flugzeug im finnischen Kittilä infolge starker Windböen vom Rollfeld abkam.
Das Problem? Das Foto ist KI-generiert und zeigt eine stark dramatisierte Version des Vorfalls. In Wahrheit stand der Airbus A220 der Swiss an diesem Samstagabend mit angezogener Handbremse auf dem Rollfeld des Flughafens in Kittilä, als eine starke Windböe das Flugzeug seitlich abdrehte und an den Rand des Schnees schob. So schildert ein Sprecher der Swiss den Vorfall gegenüber dem Portal «Aerotelegraph».
Am vergangenen Wochenende wütete in Finnland der Wintersturm Johannes. Der A220 landete kurz vor dem Geschehnis mit 150 Passagieren aus Genf. Verletzt wurde niemand. Die Maschine konnte zurück in die Schweiz fliegen, ohne abgeschleppt zu werden. Auch zeigt das KI-Foto den Vorfall während der Dämmerung, in Wahrheit sei es laut dem Sprecher der Swiss aber bereits dunkel gewesen.
Auch gefälschtes Video kursiert im Internet
Das KI-Foto ist aber nicht das einzige gefälschte Material zu diesem Vorfall, mit dem sich die Swiss im Moment herumschlagen muss. Der Aviatik-YouTuber Aaron Rheins veröffentlichte ein kurzes Video zum Swiss-Unglück in Finnland. Darin zu sehen: eine computergenerierte Darstellung, bei der das Flugzeug vom Wind sogar auf dem Kopf gedreht wird.
Im Video wird zwar kurz der Hinweis eingeblendet, dass die Situation in Wahrheit «nicht so aggressiv» war. Die Swiss ist von dem gefälschten Material aber trotzdem alles andere als begeistert. «Solche Bilder mögen spektakulär wirken und Aufmerksamkeit generieren, sie vermitteln jedoch kein realistisches Bild des Ereignisses und tragen nicht zu einer sachlichen Einordnung bei», sagt der Sprecher der Swiss gegenüber «Aerotelegraph».