Nach Gondel-Absturz
Titlis-Seilbahn «Trübsee-Stand» nimmt wieder Betrieb auf

Nach dem Seilbahnunglück fährt die betroffene Seilbahn am Samstag wieder im Normalbetrieb. Eine 61-jährige Frau hatte am Mittwoch bei einem Gondelabsturz am Titlis ihr Leben verloren. Die Untersuchungen zum Unfallhergang laufen.
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Die Seilbahnstrecke, auf der die Gondel herabstürzte, ist am Samstag wieder geöffnet worden.
Foto: Titlis Bergbahnen
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Eine 61-jährige Frau aus der Region verlor am Mittwoch beim Absturz einer Seilbahngondel am Titlis ihr Leben. Noch ist unklar, wie es zum tragischen Unfall kam. Während alle anderen Strecken der Bahnanlage im Normalbetrieb fuhren, blieb die betroffene Seilbahn bisher gesperrt. Am Samstag läuft sie jedoch wieder im Normalbetrieb, wie ein Blick auf die Webseite der Titlis Bergbahnen zeigt. 

Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) hat mit den Ermittlungen zum Unfallhergang begonnen. Wie Untersuchungsleiter Philippe Thürler am Freitag gegenüber Blick bestätigte, sei die Spurensicherung nun abgeschlossen. «Jetzt werden die Daten der Bahnsteuerung, der Windmessungsanlage und die Videoaufzeichnungen ausgewertet. Auch die Klemme und die Aufhängung der Gondel werden nun zerlegt und analysiert.» Die Sust ermittle dabei in alle Richtungen.

Kein systematisches Problem mit der Klemme

Doch es gibt bereits eine Entwarnung: Im Fall von Engelberg geht die Sust nicht von einem systematischen Problem beim betroffenen Klemmentyp aus. So entdeckte die Sust im Jahr 2021 mangelhaft schliessende Klemmen bei 52 Bahnen in der Schweiz. Doch die nun verunglückte Gondel sei mit einem anderen, neueren Klemmentyp befestigt gewesen, so Thürler. 

Deshalb sieht die Sust auch keinen Anlass für Sofortmassnahmen in Bezug auf den nun verunglückten Seilbahntyp. Die Seilbahnanlage am Titlis wird nicht generell geschlossen, abgesehen von der Strecke Trübsee-Stand liefen alle Bahnen im Normalbetrieb. Nun wurde am Samstag auch diese Strecke wieder geöffnet. 

Gondel kollidierte mit Stütze

Im Fokus der Ermittlungen stehen auch die Wetterverhältnisse auf dem Titlis. Bis zu 130 km/h sollen die Windspitzen in der Region an exponierten Lagen laut Meteo Schweiz am Mittwochvormittag erreicht haben. Arno Inauen, der CEO von Garaventa, der Herstellerin der Gondeln sowie die Titlis Bergbahnen sehen darin eine mögliche Ursache: «Nach aktuellem Kenntnisstand wurde das betroffene Fahrzeug durch eine unerwartet kräftige Böe so stark ausgelenkt, dass es mit einer Stütze kollidierte und in der Folge vom Seil gerissen wurde.» 

Die Sust geht in Anbetracht der Spuren von einem Zusammenstoss zwischen der Klemme und der Rollenbatterie an einem Mast aus. Das Seil wird über diese Rollen geführt. Der Grund für den Zusammenstoss wird laut Thürler jedoch noch untersucht. 

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