Darum gehts
- In Dietwil AG sahen Kinder ein Wallaby am Waldrand hoppeln
- Besitzer des Tieres war zunächst unbekannt, trotz Nachforschungen bei Zoos und Bauern
- Am Freitagnachmittag konnte das Tier schliesslich eingefangen werden
Die Kinder eines Ferienlagers in Dietwil AG staunten nicht schlecht, als am Donnerstagmittag plötzlich ein flinkes, graues Tier mit einem langen Schwanz am Waldrand vorbeihüpfte. «Wir waren sehr verblüfft und trauten unseren Augen nicht», schilderte ein Lagerleiter. «Zuerst dachten wir, es sei ein grosser Hase.»
Ein Hase war es wohl nicht. Beim Tier im Video handelte es sich augenscheinlich um ein Känguru oder ein Wallaby, die kleinere Variante. Die Kinder im Lager hätten sich riesig über den tierischen Besuch gefreut. «Es war ein grosses Highlight», meinte der Leiter.
Wallaby am Freitagnachmittag eingefangen
Die Teilnehmenden des Ferienlagers informierten sofort die Kantonspolizei Aargau. Sprecher Dominic Zimmerli bestätigt auf Anfrage von Blick, Kenntnis von der kuriosen Sichtung zu haben. «Es wurden nach der Meldung mehrere potenzielle Besitzer des Kängurus telefonisch kontaktiert», meint er.
Unter anderem wurden einige Bauern und ein Zoo in der Region angefragt. «Aber niemand hatte ein vermisstes Tier zu beklagen.» Wie der Aargauer Veterinärdienst angibt, sind im Kanton Aargau drei Haltungen mit jeweils acht Tieren gemeldet. Woher das mysteriöse Känguru also tatsächlich kam, blieb zunächst ein Rätsel. Doch am Freitagnachmittag ist es so weit: Das Tier, es ist tatsächlich ein Wallaby, konnte eingefangen werden. Das bestätigt der Aargauer Veterinärdienst auf Anfrage von Blick.
Halter lebt im Kanton Luzern
Das Tier konnte gemäss aktuellem Erkenntnisstand durch die Kantonspolizei Aargau, einen Tierarzt und seinen Halter im Kanton Aargau betäubt und eingefangen werden. Der Besitzer des Wallabys lebt allerdings im Kanton Luzern, wie auch das zuständige Veterinäramt bestätigt. Es handle sich um eine bewilligte Wallaby-Tierhaltung.
Die Polizei habe das Tier gemeinsam mit dem Besitzer gesucht und in einem Waldstück gefunden. Das bestätigte Christian Rapp, Stellvertretender Leiter beim Grosstier-Rettungsdienst, dem Sender Tele M1. «Dann haben wir das Tier aus 17 Meter Entfernung aus dem fahrenden Auto aus narkotisieren können.»
Wie konnte das Wallaby entfernen? Laut Rapp habe sich das Tier aus einem kleinen Loch in seinem Gehege herausgezwängt. Mittlerweile ist es gesund daheim und erholt sich von der Betäubung.
Der Vorfall erinnert an eine Geschichte aus Berlin vom Herbst 2025. Über mehrere Tage hatten Anwohnerinnen und Anwohner an verschiedenen Orten im Bezirk Spandau ein kleines Wallaby gesehen. Darüber schrieb unter anderem der «Tagesspiegel». Mitarbeiter einer Gartenbaufirma entdeckten das geflüchtete Tier schliesslich unter einer Hecke, wo es Experten des zuständigen Veterinäramtes einfangen konnten. Später stellte sich heraus: Das Wallaby gehört dem Verleger und «Spiegel»-Erben Jakob Augstein.