Darum gehts
- In Brugg AG wurde Julian T.* (36) am Dienstag erschossen.
- Er wohnte nicht im Tathaus, sondern wenige Meter entfernt.
- Ein Tunesier (38) ist tatverdächtig; das Motiv ist unklar.
In Brugg AG ist es das Gesprächsthema Nummer eins: Die Tötung eines Schweizers in einem Reihenhaus an der Stapferstrasse am Dienstag. «Ich habe vier oder fünf Schüsse gehört», sagte Anwohner Aykan Ezer (32).
Am Dienstagabend wurde der Kantonspolizei Aargau kurz nach 22 Uhr eine Schussabgabe an der Stapferstrasse in Brugg gemeldet. Eine Patrouille fand vor Ort einen Mann mit Schussverletzung – für den 36-jährigen Schweizer kam jede Hilfe zu spät, er verstarb noch am Tatort.
Nach einer umfangreichen Fahndung nahm die Polizei am Mittwoch einen 38-jährigen Tunesier fest, der unter dringendem Tatverdacht steht. Die Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung wegen eines Tötungsdelikts eröffnet und beantragt beim Zwangsmassnahmengericht Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Laut Blick-Recherchen war der mutmassliche Täter Karim L.* (38) aus der Region Windisch AG polizeibekannt. Der Tunesier ging unter anderem im Sommer 2021 am Bahnhof Brugg auf Menschen los – mit Hammer und Messer. «Ich bin ihm immer aus dem Weg gegangen», sagt eine Anwohnerin.
Opfer wohnte nicht im Tathaus
Jetzt zeigen weitere Recherchen von Blick: Das Tötungsopfer heisst Julian T.* (†36). Und: Der Schweizer wohnte gar nicht im Tathaus, sondern wenige Meter entfernt in einer eigenen Parterre-Wohnung, deren Türe polizeilich versiegelt ist.
«Er lebte dort alleine», sagt ein Anwohner. «Wir hatten nicht so viel Kontakt zu ihm. Ich sah ihn ab und an mit Einkaufstüten vorbeilaufen. Er war eigentlich nett und grüsste immer freundlich. Aber grilliert oder so, das haben wir mit ihm nie.»
Speziell: Der Getötete war der Sohn eines in der Region bekannten Geschäftsmannes. Dieser zeigt sich sichtlich tief betroffen. Er möchte gegenüber Blick aber nichts über seinen Sohn sagen, auch nichts zum Fall selber.
Warum Julian T. in einem nahen Nachbarhaus seines Daheims erschossen wurde, untersucht die Polizei noch. Sicher ist: Opfer und Täter dürften sich gekannt haben und sollen sich oft in Bahnhofsnähe aufgehalten haben. So bleiben Fragen offen wie: Was wollten die beiden im Haus, in dem die Tat geschah? Und: Was war das Motiv für die schreckliche Bluttat?
* Namen geändert