Darum gehts
- Die Polizei nahm einen 43-jährigen Bangladescher fest, der mit Emmanuel T. im Asylheim wohnte
- Die zerstückelte Leiche des 33-Jährigen lag in Abfallsäcken im Rhein und am Ufer bei Stein AG
- Der Verdächtige zeigte psychische Auffälligkeiten, politische oder religiöse Motive fehlen bisher
Der Fall schockierte die Schweiz. Anfang Woche wurde die zerstückelte Leiche des 33-jährigen Emmanuel T.* aus Burundi im Rhein bei Stein AG gefunden. Das Opfer lebte in der Asylunterkunft in der Gemeinde. Die Leiche war in Stücke zertrennt und in Abfallsäcken im Rhein und in der Nähe des Ufers deponiert worden. Die Ermittler gehen von einem offensichtlichen Tötungsdelikt aus.
Jetzt konnte ein Tatverdächtiger verhaftet werden. Die von den Beamten sichergestellten Beweismittel erhärteten den Tatverdacht gegen den 43-jährigen Alif T.* aus Bangladesch, der sich mit dem Opfer ein Zimmer in der Asylunterkunft teilte. Das schreibt die Oberstaatsanwaltschaft Aargau am Freitagmorgen in einer Mitteilung. Der Mann wurde am Dienstagabend verhaftet.
Verdächtiger sei psychisch auffällig
Im Verlauf der Ermittlungen zeigte der Tatverdächtige psychische Auffälligkeiten, heisst es in der Mitteilung weiter. Ob und inwiefern diese im Zusammenhang mit der Tat stehen, wird abgeklärt. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Der genaue Tathergang sowie die Hintergründe der Tat sind Gegenstand der laufenden Untersuchung. Aktuell gebe es laut den Behörden keine Hinweise auf ein politisch oder religiös motiviertes Tötungsdelikt.
Opfer war gläubig
Blick sprach am Montag mit einem der Männer, die die Säcke mit ihrem grässlichen Inhalt aus dem Wasser gefischt haben. «Ich weiss nicht, wer meinen Freund getötet hat», sagte Faustin (36), der ebenfalls aus Burundi stammt.
Das Opfer hätte nie mit Drogen oder Alkohol zu tun gehabt. «Er trank keinen Alkohol und war ein gläubiger Mensch.» Emmanuel sei Siebenten-Tags-Adventist und habe gemeinsam mit ihm einen religiösen Feiertag feiern wollen. Aus diesem Grund hätten sie ihn auch am Samstag gesucht.
Der ältere Bruder von Emmanuel T. sprach ebenfalls mit Blick. «Die Familie ist zutiefst traurig und verzweifelt, weil sie die Ursache und die Mörder unseres geliebten Angehörigen erfahren möchte», schilderte er. Auch er beschrieb Emmanuel T. als «aufrichtigen und liebevollen Menschen», der an Gott glaubte und gerne betete.
* Namen bekannt