«Ich wusste nicht mehr weiter»
Aargauer kratzte sich blutig – dann kam die Schockdiagnose

Sein Leben lang war Pietro Mallus gesund. Doch plötzlich bekam er einen seltsamen Hautausschlag. Es wurde immer schlimmer. Dann folgte die Schockdiagnose: Nierenversagen! Jetzt wartet der Aargauer auf eine Niere und kämpft gleichzeitig ums finanzielle Überleben.
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Pietro Mallus (ganz rechts) mit seiner Familie. Jahrelang war er gesund, dann folgte die Schockdiagnose: Nierenversagen!
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Pietro Mallus (54) aus Baden AG kämpft seit 2024 mit Nierenversagen
  • Spendenaktion brachte 13'000 Franken in drei Tagen für teure Behandlungen
  • Mallus hofft auf Spenderniere, lebt derzeit mit Dialysemaschine zu Hause
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Johannes HilligRedaktor News

«Ich war an einem Punkt, an dem ich nicht mehr wusste, wie es weitergeht», sagt Pietro Mallus (54) aus Baden AG zu Blick. Er hat eine schwere Zeit hinter sich. Finanziell ging es seiner Frau und den drei Kindern nie wirklich gut. «Aber wir kamen über die Runden.» Doch dann wurde der gelernte Kellner krank. Etwas stimmte mit seinem Körper ganz und gar nicht.

«Im Herbst 2024 bekam ich plötzlich geschwollene Beine. Ich habe mir da aber nicht viel dabei gedacht», erinnert sich Mallus. Und er bekam Ausschlag und einen fürchterlichen Juckreiz. An den Beinen, der Hüfte und der Schulter. «Es war schlimm. Ich habe mich blutig gekratzt.» Zum Arzt ging er da noch nicht. «Ich hatte da noch gehofft, dass es mit einer Salbe vielleicht besser werden würde.» Doch das wurde es nicht. Im Gegenteil: Es wurde schlimmer!

Jeden Tag ist er auf die Dialyse angewiesen

Am Freitag, dem 13. Dezember 2024, muss er notfallmässig ins Spital. Dort gehen die Ärzte zuerst von einem dermatologischen Problem aus. Doch schnell wird klar: Es ist ernst – und wie! Wenige Tage später kommt er auf die Intensivstation. Mallus hat ein beidseitiges Nierenversagen. Die Niere ist die Kläranlage unseres Körpers. «Die Stoffe, die jetzt nicht mehr abgebaut werden konnten, lagerten sich in den Beinen, Hüfte und den Schultern ab. Daher kamen die Hautprobleme.»

Wieso plötzlich beide Nieren nicht mehr funktionieren, ist unklar. «Die Ärzte konnten es nicht mit Sicherheit sagen.» Aber das spielte auch keine Rolle. Sein Leben veränderte sich durch die Schockdiagnose schlagartig. Es folgten zahlreiche Untersuchungen und Tests. Er verlor seinen Job als Abteilungsleiter bei einem Getränkegrosshandel. Jeden Tag ist er auf die Dialyse angewiesen, damit sein Blut gereinigt wird. «Ich habe dafür eine Maschine, die das zu Hause erledigt und über Nacht läuft», erklärt Mallus.

«Das war ein Fehler»

Jetzt bereitet sich der Familienvater auf eine Nierentransplantation vor. Doch davor muss er noch seine Zähne machen lassen. «Es geht um das Infektionsrisiko, haben die Ärzte mir erklärt. Ich war aber seit 20 Jahren nicht mehr beim Zahnarzt, weil ich es mir nicht leisten konnte.»

Die Familie hatte Schulden, lebte bescheiden und trotzdem waren sie knapp bei Kasse. «Die Krankenkasse übernimmt den grössten Teil. Weil ich früher gesund war, habe ich meine Franchise auf 2500 Franken hochsetzen lassen. Das rächt sich jetzt.» Hinzu kommt: Mallus hat sich erst jetzt bei der IV gemeldet. «Das war ein Fehler. Ich wollte es aber nicht wahrhaben, dass ich Invalidenrente brauche. Ich habe mich gefragt, was mit mir passiert ist. Ich, der immer stark war, brauche jetzt Hilfe? Nein, das kann, das darf nicht sein.»

«Es ist nicht das Geld, das mich so glücklich macht»

Die Rechnungen, seine körperliche Verfassung, das machte ihm schwer zu schaffen. Besonders wegen seiner Familie. «Darum habe ich den Spendenaufruf gestartet – aus Verzweiflung. Ich hätte nie gedacht, dass sich so viele Menschen finden, die uns helfen.»

Innert drei Tagen kamen über 13'000 Franken zusammen. «Es ist nicht das Geld, das mich so glücklich macht, sondern ich habe meinen Glauben wieder zurück.» Und darum bedankt er sich für die Spenden auf der Gofundme-Seite und schreibt: «Langsam sehe ich wieder Licht am Horizont. Ihr seid genial.» Nächste Woche hat er einen wichtigen Termin im Spital. Das Ziel: Mallus soll auf die Liste für eine Spenderniere!

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