Von Traumreise zu Horrortrip
Frau hatte plötzlich Parasiten im Auge – wegen eines Fehlers

Eine harmlose Augenreizung entwickelte sich für Vivian Nosovitsky in Mexiko zum Albtraum. Ein Parasit frass ihre Hornhaut auf und plötzlich kämpfte die junge Frau ums Überleben.
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Sieht übel aus: Das Auge der jungen Amerikanerin tränte und tat höllisch weh.
Foto: Tiktok/Gofundme

Darum gehts

  • Vivian Nosovitsky (21) entdeckte 2026 in Mexiko einen Parasiten im Auge
  • Parasit Acanthamoeba-Keratitis frass sich durch ihre Hornhaut und verursachte Schmerzen
  • Wochenlang jede Stunde Augentropfen, auch nachts, gegen die Infektion
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Johannes HilligRedaktor News

Mitten in der Nacht wachte die US-Amerikanerin Vivian Nosovitsky (21) auf. Ihr Auge tränte und war geschwollen. Die junge Frau dachte sich nichts weiter dabei. Warum auch. «Ich dachte, es würde besser werden, wenn ich schlafen würde – aber ich konnte nicht wieder einschlafen. Die Schmerzen wurden immer schlimmer», sagt sie dem «People»-Magazin. 

Nosovitsky war da nach einer Weltreise in eine kleine Küstenstadt in Mexiko zurückgekehrt. Sie wollte dort bleiben, hatte sich in den Ort verliebt. «Es war perfekt. Ich hatte endlich eine Routine und ein Gefühl der Stabilität entwickelt, was sich richtig gut anfühlte.»

«Mein Auge wurde grau»

Dann bekam sie die Probleme mit ihrem Auge. Es wurde lichtempfindlicher als sonst. Sie musste eine Sonnenbrille tragen und schliesslich suchte sie mehrere Ärzte auf. Tropfen und Medikamente halfen nicht. Und dann bekam Nosovitsky Angst. «Mein Auge wurde grau. Ich wusste, dass etwas ganz und gar nicht stimmte.»

Sie suchte eine Augenklinik auf, nahm dafür eine Reise auf sich. Dort wurde der Grund für die Schmerzen gefunden. Im Auge hatte sich ein Parasit eingenistet. Konkrete Diagnose: Akanthamöben-Keratitis. Nosovitsky zum «People»-Magazin: «Ich wusste ehrlich gesagt zunächst gar nicht, was das bedeutet. Ich hatte noch nie davon gehört.»

«Es hat mich körperlich und seelisch völlig beeinträchtigt»

Wie genau der Parasit ins Auge gelangte, ist schwer zu sagen. Die Ärzte vermuten, dass er sich im Leitungswasser befand. Und über die Kontaktlinse ins Auge übertragen wurde.

Dann begann er, sich durch die Hornhaut zu fressen. Und das spürte sie am ganzen Körper. «Es hat mich körperlich und seelisch völlig beeinträchtigt. Es gab Tage, an denen ich nichts anderes tun wollte, als dazuliegen und mir zu wünschen, es wäre endlich vorbei.» Um den Parasiten loszuwerden, musste sie jede Stunde spezielle Augentropfen nehmen – auch in der Nacht. Wochenlang konnte Nosovitsky nicht richtig schlafen. 

«Mehrere Antibiotika haben keine Wirkung gezeigt»

Ihr ist das in Mexiko passiert. Doch eine Akanthamöben-Keratitis ist auch in der Schweiz möglich. Besonders gefährdet: Kontaktlinsenträger. Die Parasiten leben auch in unseren Gewässern. «Genau deswegen sollten Linsenträger nie mit Kontaktlinsen duschen oder schwimmen», schreibt Richard Nagy vom Zürcher Lux-Augenzentrum in einem Bericht.

Ist der Parasit erstmal im Auge, beginnt oft eine lange Leidensgeschichte. Besonders fies: «Mehrere Antibiotika haben keine Wirkung gezeigt.» Auch Nagy empfiehlt eine stündliche Einnahme von Tropfen. Aber nicht über Wochen. «Nach 48 Stunden werden diese zwei Tropfen nur tagsüber stündlich für 7 bis 10 Tage getropft. Danach werden diese Tropfen alle 2 Stunden für 2 bis 4 Wochen getropft.»

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