Darum gehts
- Amoklauf in Aarau: Julien G. schoss 40 Mal, eine Tote, sechs Verletzte
- Trauermarsch am Freitag, 20 Uhr, Badi Aarau, gegen Hass und Gewalt
- Täter besass legale Waffenlizenz seit 20 Jahren trotz psychischer Probleme
Nach dem Amoklauf von Aarau ist die Bevölkerung zutiefst schockiert. In der Nacht auf Sonntag feuerte Julien G. (43) rund 40 Mal auf die Besucher eines friedlichen Raves im Aarauer Schachen. Die junge Maria S.* (†22) starb, sechs weitere Gäste wurden teils schwer verletzt. Ein Motiv ist nach wie vor unklar. Marias Familie weiss nicht, warum ihre Tochter sterben musste.
Nun wollen die Menschen am Freitag zusammenkommen, innehalten und einander Kraft spenden. Am Abend ist ein Trauermarsch geplant, wie der Rave-Veranstalter am Donnerstag auf Instagram bekannt gibt. «Wir trauern um die Tote. Wir weinen mit den Angehörigen. Und wir stehen gemeinsam auf gegen jede Form von Hass und Gewalt», heisst es in der Einladung.
Gedenkmarsch und anschliessende Schweigeminute
Es seien alle eingeladen, die eine Kerze anzünden, ihre Anteilnahme zeigen und ein gemeinsames Zeichen setzen wollen. Der Schock in Aarau sitzt nach wie vor tief. In den sozialen Medien erklären Dutzende ihr Beileid und wünschen den Betroffenen und Organisatoren viel Kraft.
Treffpunkt für den Gedenkmarsch ist am Freitag um 19.45 Uhr in der Badi Aarau. Der Beginn des Gedenkmarsches ist für 20 Uhr geplant. Schliesslich soll es eine Schweigeminute geben.
Maria S.' Familie hat weitere Fragen
Der Trauermarsch wurde von der Stadt Aarau bewilligt, wie die Organisatoren schreiben. Die Stadt hat sich bereits kurz nach den Schüssen ebenfalls auf Instagram zu Wort gemeldet. «Die Stadt Aarau spricht allen von den tragischen Ereignissen von heute Nacht betroffenen Personen ihr Mitgefühl aus. Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei den Opfern und ihren Angehörigen», hiess es in dem Beitrag vom Sonntag.
Die Familie von Maria S. hat sich am Mittwoch nach der Pressekonferenz der Polizei zu den Hintergründen der Tat geäussert. Sie fordert weitere Aufklärung. Die Angehörigen fragen sich insbesondere, wie der Mann, der offenbar unter psychischen Problemen litt, an eine legale Waffenerlaubnis kommen konnte. «Dieser Sachverhalt muss vollständig aufgeklärt werden, um festzustellen, wie dies möglich war», betonte der Anwalt der Opfer-Familie in einer Stellungnahme.
* Name bekannt