Darum gehts
- Rapper Mario T. raste mehrfach durch Zürich, teils mit bis zu 133 km/h
- Er filmte sich selbst, verstösst gegen Verkehrs- und Waffengesetze
- Staatsanwalt fordert 23 Monate bedingte Strafe, 4600 CHF Verfahrenskosten
«Fette Karren» gehören zum Hip-Hop, wie ein Bergpanorama zum Jodeln. Doch der Zürcher Rapper Mario T.* (29) hatte offenbar in den vergangenen Jahren ein klein wenig zu viel Spass am Adrenalinrausch, der beim Beschleunigen von übermotorisierten Luxuskarossen entsteht. Über ein halbes Dutzend Mal fuhr er zwischen August 2024 und Mai 2025 mit stark überhöhter Geschwindigkeit. Fast immer fanden seine Tempoexzesse in der Stadt Zürich statt, fast immer filmte er sich dabei.
Sein fragwürdiger Rekord: 133 km/h in der 60er-Zone mit einem Audi RS6. Doch jetzt muss der notorische Bleifuss vor Gericht antraben.
«Cruise dur diä City ganz ellei. All eyez on me… Ich gib dir alles live uf Video», singt Mario T. in einem seiner Songs auf Youtube. Über zwei Jahre nach dessen Veröffentlichung erfüllt sich seine eigene Prophezeiung auf die – für ihn – denkbar schlechteste Art: Die Augen werden am Donnerstag vor dem Zürcher Bezirksgericht tatsächlich alle auf ihn gerichtet sein – weil er «durch die City cruiste». Ihm droht eine empfindliche Strafe.
Luxuskarossen und Temporausch
Mercedes S 500, Lamborghini Huracán, Rolls-Royce Ghost, Ferrari, Audi RS6. Was klingt wie der Showroom eines Luxusauto-Händlers, ist nur ein Auszug jener Fahrzeuge, die in Mario T.s Rap-Videoclips auftauchen. Der stadtbekannte Zürcher Rapper posiert vor den glänzenden PS-Monstern und inszeniert sich als Bad Boy und rappt über das klassische Gangster-Rap-Motto: Sex, Drugs & Crime.
Er zählt in einem Rolls-Royce Geld und drückt in weiteren Videos voll aufs Gas. Auch in der Anklageschrift ist von Videos die Rede. Denn: Mario T. filmte seine Tempoexzesse.
Mit hundert Sachen durch die Fünfzigerzone – mehrmals
Die Liste seiner Vergehen ist lang: In einem Fall fuhr er den Rolls-Royce mit fast 100 km/h durch eine Zürcher 50er-Zone, und das, während eines zweimonatigen Führerscheinentzugs. Nur acht Tage später, hätte er das Billett wieder zurückerhalten. Am Abend des 2. Oktober 2024 raste er in einen Lamborghini Huracán durch Zürich. Die Ermittler stellten auf mehreren Videos drei grobe Geschwindigkeitsübertretungen fest: 40, 51 und fast 67 km/h zu schnell und das alles innerorts.
Weitere wilde Fahrten kamen hinzu: 63 km/h zu schnell in einem Mercedes S 500 und 73 km/h in einem Audi RS6. In einem Fall trank er während der Fahrt aus einer Bierflasche. Doch das ist noch nicht alles. Während eines Videodrehs lud er in der Öffentlichkeit eine Schreckschusspistole durch. Doch: T. hatte keinen Waffenschein dafür und verstiess somit gegen das Waffengesetz. Hinzu kommen noch weitere kleinere Vergehen, die dem Rapper vorgeworfen werden.
Bedingte Freiheitsstrafe gefordert
Bei seinen Missetaten hat sich Mario T. wohl nicht besonders geschickt angestellt. Denn: Die Anklageschrift stützt sich bei fast allen Vergehen auf Videoaufnahmen, die der Beschuldigte selbst erstellt hat.
Weder T.s Verteidiger, noch er selbst wollten sich im Vorfeld des Prozesses auf Blick-Anfrage zu den Vorwürfen äussern.
So oder so: Am Donnerstag kommt es am Zürcher Bezirksgericht zum Prozess gegen ihn, unter anderem wegen «mehrfacher, qualifizierter, grober Verletzung der Verkehrsregeln» und Verstoss gegen das Waffengesetz.
Die Verhandlung wird abgekürzt geführt, Mario T. ist geständig und anerkennt die Vorwürfe gegen ihn. Die Staatsanwaltschaft schlägt folgendes Verdikt vor: Eine bedingte Freiheitsstrafe von 23 Monaten bei vierjähriger Probezeit. Hinzu kommen Verfahrenskosten von über 4600 Franken. Wie lange Mario T. nicht mehr hinters Steuer darf, ist nicht klar. Allerdings: Begeht er während der Probezeit wieder einen groben Tempoexzess, dürfte er für fast zwei Jahre im Knast landen.
Blick wird über den Prozess berichten.
* Name geändert