Darum gehts
- Kita-Betreuer missbrauchte mutmasslich 15 Kleinkinder in Winterthur und Bern
- Über 800 kinderpornografische Bilder und Videos laut Anklageschrift sichergestellt
- Prozess wegen Sexualdelikten gegen 33-Jährigen startet Ende April in Bern
Was als geschützter Ort für Kinder gedacht ist, nutzte ein Kita-Betreuer im Raum Winterthur und Bern mutmasslich für schwere Verbrechen. Mindestens 15 Kleinkinder soll der 33-Jährige während der Arbeitszeit sexuell missbraucht haben, wie SRF berichtet. Laut Anklageschrift der Berner Staatsanwaltschaft sind private Kitas in Winterthur und Bern betroffen.
Gemäss Anklage war der Gruppenleiter mit den ein- bis vierjährigen Kindern jeweils alleine. Hinter verschlossenen Türen soll er sie in Schlaf-, Haupträumen und Toiletten teilweise halbnackt über mehrere Minuten missbraucht haben.
Ex-Arbeitgeber zu Verschwiegenheit verpflichtet
Bereits im Sommer 2022 geriet der Mann in Winterthur unter Verdacht, eine Vierjährige missbraucht zu haben. Das Verfahren wurde mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Danach wurde er entlassen und wechselte in eine Kita in Bern. Die eingeholten Referenzen fielen positiv aus, da die Kita Winterthur zur Verschwiegenheit verpflichtet war.
Im Sommer 2024 geriet der Beschuldigte erneut ins Visier der Ermittler wegen mutmasslicher Kinderpornografie. Laut Anklageschrift wurden über 800 Bilder und Videos sichergestellt – darunter auch Aufnahmen aus den Kitas. Gemäss den Kitas gab es keine Anzeichen auf Missbrauch. Die Anklageschrift zeichnet laut SRF ein anderes Bild: Kinder hätten sich beim Wickeln gewehrt, Entzündungen im Intimbereich aufgewiesen oder sollen Szenen der Misshandlungen nachgespielt haben.
Der Beschuldigte steht Ende April in Bern wegen Schändung, sexueller Nötigung, Vergewaltigung und sexuellen Handlungen mit Kindern vor Gericht.