Darum gehts
- Kinderspital Zürich verzeichnete 2025 Rekordzahl an Kindesmisshandlungen mit 732 Fällen
- Ein Drittel der Fälle betraf körperliche Misshandlung, gefolgt von Vernachlässigung
- 154 Kinder mussten 2025 stationär nach Misshandlungen behandelt werden
Es ist ein tragischer Rekord für das Kinderspital Zürich. Die Kinderschutzgruppe und Opferberatungsstelle der Klinik musste 2025 so viele Fälle von Kindesmisshandlungen wie noch nie betreuen. Insgesamt mussten sich die Spezialisten mit 732 Fällen beschäftigen. In 570 dieser Fälle lag entweder eine Straftat oder eine Misshandlung vor, heisst es in einer Mitteilung des Kinderspitals.
In den restlichen 162 betreuten Vorfällen lag entweder keine Gefährdung eines Kindes vor oder der Sachverhalt konnte nicht genau bewiesen werden. In solchen unklaren Situationen werden die betroffenen Kinder und ihre Familien engmaschig nachkontrolliert oder an weiterbetreuende Stellen zugewiesen, heisst es in der Mitteilung weiter.
Kindesmisshandlung wird unterschiedlich kategorisiert
Geht beim Kinderspital eine Meldung über einen Verdacht ein, klärt die Kinderschutzgruppe zunächst ab, ob eine Gefährdung oder eine Misshandlung des Kindes vorliegt. In einigen Fällen reicht dabei eine telefonische Beratung, in anderen ist eine vertiefte Abklärung oder eine stationäre Aufnahme des Kindes notwendig. Darauf basierend werden die Fälle in drei Stufen eingeteilt: Sichere, unsichere oder keine Misshandlung.
Kindesmisshandlungen werden am Kinderspital weiter verschiedenen Kategorien zugeordnet. Etwa körperliche, sexuelle oder psychische Misshandlung sowie Vernachlässigung. Für die Einteilung wird dabei laut der Klinik die jeweils offensichtlichste Form der Misshandlung gewählt. Wenn ein Kind einen Knochenbruch durch körperliche Misshandlung erleidet, wird der Fall der Kategorie «körperliche Misshandlung» zugeteilt. Auch wenn das Kind dabei zusätzlich psychisch betroffen ist.
Alle zwei Tage eine stationäre Behandlung
2025 wurde etwa ein Drittel der behandelten Kindesmisshandlungen in die Kategorie körperliche Misshandlung eingeteilt. Das waren im letzten Jahr die meisten Fälle in einer Kategorie. Etwa ein Viertel der behandelten Kinder waren von sexuellem Missbrauch oder Vernachlässigung betroffen.
Insgesamt 154 Kinder mussten infolge der erlebten Misshandlung stationär behandelt werden. Das bedeutet, dass beinahe an jedem zweiten Tag ein Kind wegen Misshandlungen im Spital aufgenommen wurde.