Darum gehts
- Alexandra Maurer überlebte 2025 eine lebensbedrohliche Geburt mit Komplikationen
- Nach einer Notoperation und 7-stündigem Kampf verlor sie ihre Gebärmutter
- Sie gründete «Woman on a Mission» und lebt seitdem mit Herzinsuffizienz
Diese Geschichte liest sich wie die Chronologie eines Albtraums. Als Alexandra Maurer (43) am Morgen des 12. Juni 2025 ins Spital fährt, ahnt sie noch nicht, was auf sie zukommt. Sie ist nervös, aber voller Hoffnung: Nach Jahren des Wartens soll sich ihr Wunsch nach einem zweiten Kind endlich erfüllen. Dass sie dafür beinahe mit dem Leben bezahlen wird, weiss sie zu diesem Zeitpunkt nicht.
Die Geburt ist als Kaiserschnitt geplant – bewusst. Nach schweren Komplikationen bei der Geburt ihrer ersten Tochter Amélie (7) will die Zürcherin kein Risiko eingehen. Damals hatte eine Plazenta accreta sie in eine lebensbedrohliche Situation gebracht. Der Mutterkuchen war ungewöhnlich tief mit der Gebärmutterwand verwachsen und löste sich nicht auf natürliche Weise.
Der Moment, in dem sich alles ändert
Die zweite Geburt verläuft zunächst reibungslos. Wenige Minuten nach dem Eingriff legt eine Hebamme Alexandra Maurer ihre neugeborene Tochter Lily auf die Brust. An diesen Moment des Glücks erinnert sich die zweifache Mutter noch gut. «Wir waren so happy. Aber plötzlich spürte ich, dass etwas nicht mehr stimmt mit mir.» Ihr wird eiskalt, dann verliert sie das Bewusstsein.
Die Ärzte sind auf diesen Fall vorbereitet. Wie schon bei der ersten Geburt führt eine Plazenta accreta zu massivem Blutverlust. Eine sofortige Notoperation soll die Blutung stoppen. Doch während der Operation versagen Maurers Organe, sie erleidet eine Lungenembolie. Sieben Stunden lang kämpft ein Ärzteteam um ihr Leben. «Schliesslich konnten sie mich nur durch die Entfernung der Gebärmutter retten.»
Davon erfährt Alexandra Maurer erst, als sie nach fast zwei Tagen aus dem Koma erwacht. Es folgen zehn Tage auf der Intensivstation und Wochen geprägt von Komplikationen und Rückschlägen. Erst nach einem Monat darf die zweifache Mama nach Hause zu ihrer Familie.
Warum Alexandra Maurer ihre Geschichte erzählt
Wie knapp sie dem Tod entgangen ist, realisiert Alexandra Maurer erst im Nachhinein. «Mein Gynäkologe sagte zu mir: Es war ein Rennen – und Sie haben es per Zufall gewonnen», erinnert sie sich. Doch gesund ist sie damit noch nicht. Kurzatmigkeit, Schwäche und Erschöpfung bestimmen im vergangenen Jahr ihren Alltag. Weitere Abklärungen bringen die nächste Diagnose: ein diffuser Herzinfarkt. Seither lebt Alexandra Maurer mit Herzinsuffizienz. Sie wird ein Leben lang Medikamente nehmen müssen. «Mir wurde bewusst: Kein Tag ist selbstverständlich», sagt sie. Doch diese Erkenntnis raubt ihr nicht die Lebensfreude, im Gegenteil. «Sie wirkt wie ein Geschmacksverstärker im Leben!»
Im SI.Talk spricht die 43-Jährige erstmals über die traumatischen Ereignisse und ihren langen Weg zurück in den Alltag und die Berufstätigkeit. Und über ihr daraus entstandenes Herzensprojekt «Woman on a Mission».
Die Online-Plattform mit dazugehörigem Podcast soll für Frauen, die ihre Geschichte teilen wollen, ein sicherer Hafen sein. «Ich launche dieses Projekt, weil ich weiss, wie es sich anfühlt, Geschichten mit sich zu tragen, die zu schwer, zu privat oder zu schwierig erscheinen, um sie laut auszusprechen. Und ich weiss, wie isolierend dieses Schweigen sein kann.» Ihr Ziel sei es, dass Frauen sich mit ihren Schicksalen weniger allein fühlen – aber auch, ihre eigene Geschichte im Austausch mit Fachpersonen zu verarbeiten und über oftmals schambehaftete Frauenthemen wie Partnerschaft, Sex, Kinderwunsch oder Wechseljahre aufzuklären.
Wie Alexandra Maurers Mann Greg Sadlier und ihre Töchter diese schwierige Zeit erlebt haben, darüber spricht das Ehepaar exklusiv in der aktuellen Print-Ausgabe der Schweizer Illustrierten.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.
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