Darum gehts
- Ein überfüllter Zug stoppte am Donnerstagnachmittag für 13 Minuten in Yverdon
- Grund für den Stopp: Sicherheit gefährdet durch verkürzten Zug und Überbelegung
- SBB: Alternativverbindungen wenige Minuten später verfügbar, trotz verpasster Anschlüsse
Im Zug von Solothurn Richtung Lausanne ging am Donnerstagnachmittag kurzzeitig nichts mehr. Weil die Waggons zu voll waren, konnte der Zug in Yverdon VD zunächst nicht mehr weiterfahren. Die stehenden Passagiere wurden per Durchsage aufgefordert, den Zug zu verlassen. Nur so könne der verkürzte Zug seine Fahrt fortsetzen, berichtet ein Leserreporter, der selbst in einem der Wagen sass.
Doch die Passagiere liessen sich offenbar nicht so leicht zum Aussteigen bewegen. Das Zugpersonal musste vier- bis fünfmal dazu auffordern, den Zug zu verlassen. Insgesamt stand der Zug deshalb rund 13 Minuten still. Für viele Reisende hatte das offenbar Folgen: Sie verpassten ihre Anschlüsse, berichtet der Leserreporter. Für die Massnahme hat der Schweizer wenig Verständnis. «Ich finde das übertrieben. Ja, es standen Leute. Aber ich frage mich wirklich, was das soll.»
Auf Anfrage erklären die SBB, weshalb dieser Schritt in seltenen Fällen notwendig wird. «Überbelegung wird dann zum Problem, wenn die Sicherheit der Reisenden und des Zugpersonals im Notfall nicht mehr gewährleistet ist», so Mediensprecherin Carmen Hefti. Dies sei auch beim Zug in Yverdon der Fall gewesen.
Deshalb war der Zug überbelegt
Der Zugführer schätze jeweils die Lage ein, und letztlich entscheide das Personal, ob es Gäste zum Aussteigen bitten müsse. Hier spielten Faktoren wie die Maximalkapazität des Zuges und die Sicherheit der Fahrgäste – beispielsweise auch für den Fall einer Evakuation – eine Rolle.
Grund für die Überbelegung war, dass der Zug verkürzt war. «Kurzfristig fiel eine der beiden eingeplanten Zugeinheiten aus.» Entsprechend gross war das Personenaufkommen in der verbliebenen Einheit.
Die SBB zeigen Verständnis dafür, dass die Situation für die betroffenen Passagiere ärgerlich gewesen sei. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass in Yverdon bereits wenige Minuten später eine S-Bahn sowie ein weiterer Zug (IC51) in dieselbe Richtung abfuhren. Die betroffenen Reisenden hätten somit auf diese Verbindungen ausweichen können.