Darum gehts
- Die Schweiz erlebt eine Rekordhitze mit 33,9 Grad in Sitten am Dienstag
- Die hohe Pollenkonzentration, Ozonwerte und Waldbrandgefahr belasten die Bevölkerung
- Erwartet werden Gewitter mit lokal starken Regenschauern, die Böden werden aber kaum entlastet
Die Hitze hat die Schweiz fest im Griff. Wir schwitzen, der Andrang auf die Badis ist riesig, und vielerorts klettern die Temperaturen im Mai in Rekordnähe. Noch bis am Wochenende bringt uns die Hitzeglocke hochsommerliche Werte und Sonne satt – danach dürfte es krachen.
Dass die aktuelle Wetterlage aussergewöhnlich ist, zeigen auch die Messwerte. Laut Michael Eichmann von Meteo News war der Dienstag bislang der wärmste Tag des Jahres 2026. In Sitten wurden 33,9 Grad gemessen.
Purzeln am Mittwoch Rekorde?
Zum Mai-Rekord fehlte damit nicht mehr viel. Die höchste je im Mai gemessene Temperatur in der Schweiz liegt bei 35,1 Grad – ebenfalls registriert in Sitten (2009). Am Mittwoch könnten lokal sogar Temperaturrekorde fallen – insbesondere im Süden der Schweiz. Aktuell befinden wir uns unter dem Einfluss eines omegaförmigen Hochs.
Die anhaltende Hitzeglocke hat allerdings auch ihre Schattenseiten. Vielerorts sind die Pollenkonzentrationen derzeit sehr hoch, zudem steigen die Ozonwerte am Nachmittag häufig über die Grenzwerte. Besonders in den Bergen ist die UV-Belastung tagsüber stark erhöht. Mit der zunehmenden Trockenheit wächst ausserdem die Waldbrandgefahr.
Bis am Samstag dürfte diese Wetterlage anhalten. «Am Sonntag verliert das Hoch an Einfluss und zieht weiter», erklärt Eichmann.
Hier könnte es krachen
Mit der neuen Wetterlage fliesst zunehmend feuchtere und instabilere Luft in die Schweiz. Die Temperaturen bleiben mit 25 bis 27 Grad im Mittelland zwar sommerlich, gleichzeitig wird es am Sonntag aber deutlich schwüler. Dadurch geraten viele stärker ins Schwitzen, obwohl die Temperaturen etwas tiefer liegen als an den Vortagen.
Die Gewittergefahr steigt am Sonntag markant an. Im Verlauf des Nachmittags und Abends muss verbreitet mit Schauern und teils kräftigen Gewittern gerechnet werden – besonders entlang des Jurabogens und in den Voralpen, aber auch im Mittelland.
Keine Entwarnung für trockene Böden
Dabei dürfte es regional grosse Unterschiede geben. «Während es mancherorts wie aus Kübeln schüttet, könnte es im Nachbardorf komplett trocken bleiben», so Eichmann.
Den trockenen Böden dürften die angekündigten Niederschläge allerdings kaum Entlastung bringen. «Es sind keine sehr grossen Mengen», sagt der Meteorologe. Für die Natur wäre deutlich mehr Regen nötig. Bereits der Montag dürfte zudem wieder eher trocken ausfallen, bevor sich im weiteren Wochenverlauf voraussichtlich wechselhaftes Wetter einstellt.