Darum gehts
- Die verheerende Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation forderte 41 Todesopfer
- Gegen das Barbetreiberpaar Jacques und Jessica Moretti wird ermittelt
- Das Feuer wurde durch Sprühkerzen an Champagnerflaschen ausgelöst
22 Kilogramm Haarspenden für die Brandopfer
Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk
Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat im Leben vieler Personen bleibende Spuren hinterlassen. Viele der Verletzten haben beispielsweise Brandwunden am Kopf erlitten, die wohl nie wieder ganz verheilen werden. Eine gute Perücke kann vielen dieser Menschen helfen, den Weg zurück in den Alltag wiederzufinden.
Hier kommt die Firma Rolph AG aus Kloten ZH ins Spiel. Sie produziert solche Perücken aus echten Haaren. Dafür ist das Unternehmen allerdings auf Spenden angewiesen.
Die Anteilnahme am Schicksal der Brandopfer ist riesig, erzählt die Geschäftsführerin der Rolph AG der «Süddeutschen Zeitung». In den letzten zwei Monaten sind über 22 Kilogramm an verwertbaren Haarspenden zusammengekommen. Das seien doppelt so viele wie sonst in einem ganzen Jahr. «Es ist der pure Wahnsinn», meint die Geschäftsführerin. Auch die Auswahl und die Qualität der gespendeten Haare sei enorm hoch.
Die meisten Spenden kommen aus der Schweiz, aus Frankreich, Österreich und Italien, heisst es im Artikel weiter. Die meisten davon sind explizit für die Brandopfer bestimmt, das schreiben die Spender auf die Umschläge oder in begleitenden Briefen. Die ersten Perücken sollen schon bald bereit sein, meint die Geschäftsführerin. Gemeldet habe sich bisher aber noch keines der Brandopfer.
«Wir haben es irgendwie gespürt»
Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk
Alix (†16) starb bei dem Brand in Crans Montana. Die 16-Jährige wollte mit Freunden aus ihrer Heimatstadt Pully ins neue Jahr feiern – doch die Nacht endete in Flammen. Ihr Vater Daniel Perroud sprach mit RTL über den Verlust seiner Tochter und die schwierige Zeit danach.
«Wir haben es irgendwie gespürt und gewusst», erinnert sich Daniel Perroud an die schreckliche Silvesternacht. Während die Eltern und Alix’ Schwestern Mathilde und Inès zu Hause in Lausanne Silvester feierten, erreichte sie ein Anruf von den Eltern eines Freundes. «Wir sind dann direkt hochgefahren», erzählt der Vater. Zwei Tage lang wartete die Familie auf Gewissheit, doch die schlimmsten Befürchtungen wurden Realität: Alix und ihre Freunde konnten dem Feuer, das durch Champagnerfontänen die Schaumstoffdecke entflammte, nicht entkommen. «Es waren acht oder neun Leute in ihrer Gruppe, die leider alle gestorben sind», sagt er.
Seit dem Verlust ihrer Tochter steht für die Familie Perroud nichts mehr still. «Es ist ein langer Prozess», sagt der Vater. Alix’ Schwestern unterbrachen ihr Studium, und die Familie sucht Trost in gemeinsamen Momenten. «Wir gehen jeden Tag zu Alix auf den Friedhof und verbringen viel Zeit zusammen», erzählt Daniel. Alix war ein lebensfrohes, fröhliches Mädchen, das stets auf andere achtete.
Um das Andenken an die 16-jährige Alix zu bewahren und gleichzeitig anderen Familien in ähnlichen Situationen zu helfen, gründete die Familie die «Fondation Alix Perroud». Wenn du mehr darüber erfahren willst, mein Kollege Robin Bäni hat dazu einen ausführlichen Bericht geschrieben.
Opfer über Genesung: «Ich rieche ständig Verbranntes»
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Der Horror der Silvesternacht hallt noch nach und wird uns alle noch lange beschäftigen. Lang ist auch der Weg, auf dem sich die Opfer zurück ins Leben kämpfen müssen. «Es war furchtbar. Drinnen hörte man Schreie, Hilferufe. Der Geruch von verbranntem Fleisch. Ein Geruch, der mir bis heute in der Nase hängt», erzählt ein 18-Jähriger, der die Flammenhölle überlebt hat, gegenüber RSI.
Er schildert das Geschehen und erzählt, dass eine Flucht nicht möglich gewesen sei. Es lagen schon zu viele Menschen im Gang. «Jemand fiel vor mir hin, ich fiel auf ihn und andere fielen auf uns», sagt er. Der 18-Jährige sei von jemandem an der Hand unter dem Leichenhaufen hervorgezogen worden.
Viele der Verletzten wurden in auf Verbrennungen spezialisierte Zentren gebracht. Die Genesung dauert lange. Die Opfer brauchen Hauttransplantationen, Ergotherapie und psychologische Betreuung.
Das weiss auch Bertrand Galley, RSI hat ihn besucht. Vor sechs Jahren kam er mit Verbrennungen an 75 Prozent seines Körpers und einer Überlebenschance von nur gerade 15 Prozent ins Spital.
Über zwei Monate lag er im künstlichen Koma. «Der schlimmste Moment war, als ich aus dem Koma erwachte und mich zum ersten Mal im Spiegel sah. Ich habe geweint», sagt er. Nach einer solch verheerender Verletzung müsse man alles wieder neu lernen. «Bevor man überhaupt wieder laufen lernen konnte, musste man sich erst einmal im Bett umdrehen können. Alle Muskeln waren weg», so Bertrand. Nicht nur die körperliche Genesung braucht Zeit. Auch die Psyche leidet unter einem solchen traumatischen Erlebnis.
Das 18-jährige Brandopfer von Crans Montana ist ebenfalls in psychologischer Behandlung. «Bei mir wurde eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert. Ich rieche ständig etwas Verbranntes. Ich höre Sirenen, selbst wenn keine da sind», sagt er.
Sind die Wunden verheilt, bleiben immer noch die Narben, die die Opfer täglich an das Geschehene erinnern. Diese zu akzeptieren, sei eine «lebenslange Herausforderung», erzählte ein weiteres Brandopfer. In der Schweiz erleiden im Schnitt 7700 Menschen jährlich Brandverletzungen. 400 davon sind schwerwiegend.
Die Genesung kann auch von anderen Faktoren negativ beeinflusst werden. So sind Verbrennungsopfer auch oft anfälliger auf fiese Keime, die sich tief ins Gewebe fressen. Darüber hat mein Kollege Sandro Zulian Anfang Februar Experten gesprochen.
Baume-Schneider besucht Opfer in Militärspital
Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk
Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider hat am Dienstag ein Pariser Spital besucht, in dem Verletzte der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS behandelt werden. Die SP-Politikerin sprach dem medizinischen Personal ihren Dank aus, wie «Le Nouvelliste» unter Berufung auf die Nachrichtenagentur keystone-SDA berichtet.
Frankreich hat in seinen Spitälern mehrere schwer verletzte Brandopfer behandelt. Das Militärspital Percy, das Baume-Schneider besuchte, war an der Versorgung dieser Patienten beteiligt.
Baume-Schneider sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur, sie finde es «äusserst interessant, vollständig zu verstehen, wie dieses Militärspital zusammen mit anderen Partnern eine grundlegende Rolle bei der Rettung von Menschenleben spielte. Sei es das Spital in Sitten, das CHUV oder andere europäische Spitäler.» Und weiter: «Man sieht, dass alles professionell und zeitlich perfekt abgestimmt ist. Ein junger Mann beispielsweise, der seit etwa 80 Tagen hier ist, wurde in jeder Phase gerettet. Ich finde diese Ärzte und alle Teams bemerkenswert. Es geht nicht nur um drei oder vier Tage, sondern um etwas Unvorhersehbares und Langfristiges.»
Bei der Behandlung der Brandopfer in Spitälern sind diese einer weiteren Gefahr ausgesetzt: Spitalkeimen wie Acinetobacter baumannii. Eines der Opfer starb daran im Spital. Was die Keime so gefährlich macht, hat Sebastian Hiller, Professor für strukturelle Biologie und Biophysik am Biozentrum der Universität Basel, meinem Kollegen Sandro Zulian erklärt.
Vater von Brandopfer soll rechtsextremen Politiker geschlagen haben
Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk
Hat Stepan Syshchikov, Kandidat der rechtsextremen Partei Rassemblement romand patriote (RRP) einem Freund, der bei dem Brandunglück in Crans-Montana VS ums Leben kam, persönliche Gegenstände gestohlen? Diesen Vorwurf erhebt der Vater des Opfers.
Syshchikov will diesen aber nicht auf sich sitzen lassen, berichtet «Watson» am Montag. Der junge Mann hat seinerseits eine Verleumdungsklage eingereicht, berichtet das Newsportal. Gegenstand des Rechtsstreits sollen die Jacke einer bekannten italienischen Marke, Mokassins, Parfums, Jacken und eine Soft-Air-Pistole sein. Den Ursprung nahm der Streit laut dem Politiker am 13. Januar. An diesem Tag soll er von sechs Freunden des Verstorbenen angegriffen worden sein. Die Gruppe behauptete, Syshchikov habe die Habseligkeiten des Verstorbenen geklaut. Der Vater des Todesopfers soll ebenfalls an dem Angriff beteiligt gewesen sein. «Er hat mir ins Gesicht geschlagen und gedroht, mich umzubringen», behauptet Syshchikov.
Gegenüber «Watson» bestätigt die Kantonspolizei Waadt einen Einsatz bei Syshchikov kurz nach der Attacke. Die Gruppe hatte den jungen Politiker offenbar bis zu sich nach Hause verfolgt, wo er beweisen wollte, dass er die Sachen nicht gestohlen hatte. Der Vater des Brandopfers habe in Anwesenheit der Polizisten die Taschen Syshchikovs durchsucht. Die Suche blieb demnach ergebnislos.
Der Angriff auf Syshchikov ist nicht der einzige Tumult nach der Brandkatastrophe. Mitte Februar bedrängten Angehörige der Opfer die Betreiber der Bar Le Constellation. «Er illustriert, dass die Grenze zur Selbstjustiz hauchdünn sein kann», schreibt mein Kollege Lino Schaeren in seiner Analyse zu den Szenen, die um die Welt gingen. Die Eskalation war eines Rechtsstaats unwürdig, so sein Fazit.
Sicherheitstür eine Minute vor Brandausbruch verriegelt
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Eine verriegelte Tür, nur Sekunden vor der Katastrophe. Zum Inferno im Constellation kommen immer mehr Details ans Licht. Laut «24 heures» wurde eine Sicherheitstür nur eine Minute vor Ausbruch des Brandes abgeschlossen.
Jessica und Jacques Moretti behaupteten stets, die Tür habe als Servicetür für Personal gedient und sei immer offen gewesen. Sie hätten ihr Team eindeutig angewiesen, die Tür offenzuhalten. Doch die Ermittlungen werfen Zweifel auf: Warum wurde die Tür in der entscheidenden Minute verschlossen?
Polizeiberichte und Kamerabilder zeigen laut «24 heures» eine brisante Szene. Um 1.26 Uhr, kurz vor dem Ausbruch des Feuers, öffnet ein Kellner die Tür für den Freund einer Kellnerin. Dieser greift ausserhalb des Kamerabereichs nach oben – in Richtung des Metallriegels auf 2,02 Metern Höhe – und senkt seinen Arm wieder. Sekunden später bricht der Brand im Untergeschoss aus. Der Mann erlitt schwere Verletzungen und erinnert sich nicht, ob er den Riegel tatsächlich verriegelt hat. Der Anwalt des Kellners betont gegenüber «24 heures», dass jede Schliessanweisung von den Morettis selbst gekommen sein müsse: «Wenn es eine Anweisung gab, war sie von den Morettis.»
Eine weitere Frage: War die Tür eine Notausgangstür? Ein Dokument des kantonalen Feueramts von 2015 bezeichnete sie als solche. Doch der Verteidiger der Morettis, Nicola Meier, insistiert: «Die Tür war weder mit Panikgriff noch Notausgangsschildern ausgestattet. Sie führt auf eine Einkaufspassage und nicht ins Freie. Es ist schlichtweg undenkbar und verstösst gegen die Brandschutznormen, sie als Notausgang nutzen zu wollen.»
Fakt ist: Innerhalb von 92 Sekunden verwandelte sich das Constellation in ein Inferno. In diesem Protokoll meiner Kollegin Sandra Marschner kannst du nachverfolgen, was sich in den entscheidenden Sekunden zugetragen hat.
«Es ist barbarisch, Geld über Leben zu stellen»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Fast drei Monate nach der tödlichen Brandkatastrophe in Crans-Montana sind die Überlebenden immer noch traumatisiert. Der lange Genesungsweg hinterlässt Spuren und die Betroffenen haben immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen.
In der Sendung «Sept à Huit» vom französischen Sender TF1 erzählen Brandopfer Coline und Hugo über das Erlebte. Ihre Leben haben sich in der Silvesternacht schlagartig verändert.
Die 22-jährige Coline erlitt schwere Verbrennungen an Gesicht, Rücken und Händen. 30 Prozent ihrer Körperoberfläche wurden verletzt. «Mein Rücken und meine Arme schmerzen furchtbar, weil die Haut nicht richtig verheilt ist und die Transplantate spannen», erklärt sie. Coline lag lange im Koma, die Ärzte wussten zunächst nicht, ob sie es schaffen würde.
Auch Hugo befindet sich noch auf dem Weg zurück ins Leben. Der 19-Jährige erlitt schwere Verbrennungen an den Armen. Bis heute muss er Bandagen tragen. Einfache Tätigkeiten, wie etwa das Öffnen eines Konfi-Glases, fallen ihm schwer. Die linke Hand hat er beinahe verloren. «Als ich hier ankam, konnte ich keinen meiner Finger beugen, sie waren alle um 90 Grad angewinkelt, und weiter ging es einfach nicht.»
Der 19-Jährige spricht vor allem auch über die psychischen Folgen, die die Tragödie von Crans-Montana für ihn hat. «Psychisch weiss ich, dass es lange dauern wird. Ich habe Dinge erlebt, die dazu führen, dass ich mir sage, dass das Leben wirklich nur an einem seidenen Faden hängt.»
Die beiden jungen Menschen äussern auch Zorn gegenüber dem Betreiberpaar Moretti. «Es ist barbarisch, Geld über Leben, Realität, Menschen, Kinder zu stellen. Man kann dann nicht sagen: ‹Dein Kind ist tot, es tut mir leid, verzeih mir.› Das ist unmöglich», betont der 19-jährige Fussballer. «Ich wünschte, sie könnten den Schmerz verstehen, den alle empfunden haben, aber das werden sie nie.»
Finanzielle Verstrickungen der Morettis im Fokus der Ermittlungen
Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk
Die Brandkatastrophe von Crans-Montana rückt die finanziellen Verhältnisse des Ehepaars Jacques und Jessica Moretti in den Fokus der Ermittlungen. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, prüft die Bundespolizei (Fedpol) einen möglichen Geldwäschereiverdacht, nachdem Banken eine Verdachtsmeldung eingereicht haben. Auch französische Behörden ermitteln.
Die Anwälte der Morettis versuchten, ein mögliches Geldwäschereiverfahren von der Branduntersuchung zu trennen, um den Opfern den Zugang zu Finanzakten zu verwehren. Dagegen wehren sich diese entschieden, wie eine Eingabe ans Gericht zeigt, die der «SonntagsZeitung» vorliegt. Sie argumentieren, finanzielle Interessen könnten Sicherheitsmängel begünstigt haben. Ein Teil des Vermögens wurde vorsorglich beschlagnahmt.
Die Morettis betreiben im Wallis drei Gastronomiebetriebe über vier Firmen. Immobilien liegen in Le Constellation, drei weitere Firmen betreiben zwei Restaurants und die Unglücksbar. Jacques Moretti überwachte Renovationen, Jessica die Finanzen. Sie war offiziell nur bei Le Constellation und Senso angestellt und erhielt 2024 sehr hohe Löhne: netto 128’000 Franken bei Constellation und 124’000 Franken bei Senso.
Fedpol-Analysen zeigen zudem, dass die Betriebe über Jahre erhebliche Zahlungen von Versicherungen und staatlichen Stellen erhielten: Le Constellation bekam zwischen 2015 und 2025 über 1,3 Millionen Franken. Die Morettis wollten sich nicht zu den Vorwürfen äussern.
Jaques Moretti widerspricht zu Gästezahlen in seiner Bar
Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk
Die Vorwürfe auf Jacques Moretti lasten schwer – doch nun wehrt sich der Betreiber der Bar Le Constellation. Konkret geht es um die jüngste Berichterstattung zu den zugelassenen Gästezahlen in seinem Lokal. «Nichts davon stimmt, keine einzige Zahl ist richtig», sagt er gegenüber «20 Minuten». Die Angaben müssten korrigiert werden.
Auslöser der Diskussion ist ein Bericht der «NZZ». Demnach sollen sich in der Brandnacht 132 Gäste im Untergeschoss und 32 im Erdgeschoss aufgehalten haben. Gleichzeitig sei das Lokal angeblich nur für 100 Personen unten und 50 oben zugelassen gewesen. Ein Brandschutzexperte erklärte zudem, bei nur einem Ausgang hätte der Betrieb «selbst bei 50 Gästen» untersagt werden müssen. Moretti widerspricht diesen Darstellungen deutlich: «Alles falsch.»
Tatsächlich gibt es Unklarheiten bei den offiziellen Zahlen. Laut Gerichtsunterlagen liegt der Staatsanwaltschaft ein Sicherheitsbericht der Gemeinde aus dem Juni 2019 vor. Dieses Dokument befindet sich zwar nicht direkt in den Strafakten, wird von Ermittlern und einem befragten Brandschutzkontrolleur jedoch mehrfach erwähnt.
Demnach sollen im Erdgeschoss 100 Gäste zugelassen gewesen sein. Für das Untergeschoss sind ebenfalls 100 Gäste vorgesehen – zusätzlich 50 Personen im Fumoir, das sich ebenfalls dort befindet.
Unklar bleibt jedoch, ob diese 50 Plätze im Fumoir in den 100 Gästen des Untergeschosses enthalten sind oder ob sie zusätzlich zählen. Während der Brandschutzkontrolleur von einer Einrechnung ausgeht, ging Moretti bei seiner Befragung vom Gegenteil aus. Er erklärte, im Untergeschoss seien maximal 150 Gäste erlaubt gewesen – insgesamt also 250 im ganzen Lokal.
Damit bleibt offen, ob die zulässige Höchstzahl bei 200 oder 250 Gästen lag. Klar ist für Moretti jedoch: Die in den vergangenen Tagen verbreiteten Zahlen seien irreführend gewesen. «Ich will das einfach richtigstellen.»
16-Jähriger aus Italien ist wieder zu Hause
Von Angela Rosser, Redaktorin am Newsdesk
Das Leben aller, die bei der Feuer-Katastrophe verletzt wurden und das derer Angehörigen, hat sich in der Silvesternacht für immer verändert. Bei einigen heilen die Wunden schneller, als bei anderen. Vergessen werden sie das Geschehene aber wohl nie.
Einer, der seit dem 1. Januar in Spitälern behandelt wurde, ist der 16-jährige Manfredi Marcucci aus Rom. Nach Monaten im Spital konnte der Jugendliche nun endlich wieder nach Hause und in seinem eigenen Bett schlafen.
Wie der «Corriere» schreibt, blieb seine Zimmertür in der ersten Nacht offen. Erinnerungen und Fragen quälen den Teenager. «Wer hat mir das Leben gerettet?», habe er seinen Vater gefragt. «Neben vielen anderen Dr. Umberto Casella», antwortete dieser. Casella ist der Leiter der Intensivstation des Mailänder Spitals.
Zu Hause in Rom habe er auch schon Besuch von zwei seiner Freunde erhalten. Zur Schule kann er aktuell noch nicht. Es ist immer noch Grippesaison und durch seine Verletzungen müsse jedes Ansteckungsrisiko minimiert werden.
Er könne sich aber schon wieder seinem Hobby, dem Zeichnen, widmen und freue sich auf Ausflüge zum Sushi- und Carbonara-Essen in der Innenstadt von Rom. Wer ihn dabei nicht begleiten kann, ist sein Freund Riccardo Minghetti (†16). Er ist eines der fünf Opfer aus Italien, die in Crans-Montana starben.