Darum gehts
- Asador Etxebarri im baskischen Atxondo wird nun als bestes Restaurant der Welt ausgezeichnet
- Schloss Schauenstein von Andreas Caminada ist als einziges Schweizer Lokal auf Rang 39 gelistet
- Die Liste basiert auf Stimmen von über 1100 Juroren und steht wegen Lobbying in der Kritik
Am Mittwochabend wurde in Lima (Peru) das nächste beste Restaurant der Welt gefeiert: Asador Etxebarri im baskischen Atxondo (Spanien) mit Bittor Arguinzoniz am Grill schiesst an die Spitze der prestigeträchtigen Liste «The World’s 50 Best Restaurants». Arguinzoniz hat in «Foodie»-Kreisen längst einen exzellenten Ruf als Koch, der mit Hilfe des traditionellen Feuers einen in der traditionellen baskischen Küche verankerten Stil etabliert hat.
Auf Platz zwei der Liste ist «Gaggan» in Bangkok vorgestossen. Besitzer und Namensgeber Gaggan Anand investiert seit Jahren viel Aufwand (und Geld) in gute Platzierungen auf der 50-Best-Liste. Auf Platz 39 kommt mit «Schloss Schauenstein» das einzige Schweizer Restaurant im Ranking: «Wir sind super zufrieden mit dieser Platzierung», sagt Andreas Caminada. Der Bündner kehrt damit ins Ranking zurück, aus dem er zwischenzeitlich rausgefallen war, und feiert vor Ort in Lima: «Es herrscht eine ausgezeichnete Stimmung», berichtet er aus Peru. Schweizer Chefs tun sich schwer bei den «50 Bests», auch in die B-Liste mit den Rängen 51 bis 100 schafft es keiner.
Das ist ein Text aus dem GaultMillau, dem renommierten Restaurant- und Gourmetführer der Schweiz.
Weitere Artikel zur Spitzengastronomie und Top-Empfehlungen findest du auf www.gaultmillau.ch
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Caminadas Schloss Schauenstein macht Plätze gut
Die Liste erscheint seit 2002 und wird von einer anonymen Jury aus mehr als 1100 Köchen, Gastrojournalisten und Vielreisenden aus 28 Regionen erstellt. Trotz des Namens umfasst sie 100 Plätze. Frühere Sieger sind unter anderem El Bulli, Noma, Osteria Francescana, Eleven Madison Park, Mirazur, Geranium, Central, Disfrutar und 2025 Maido. Wer einmal gewonnen hat, kommt in die «Best of the Best»-Hall of Fame und kann nicht mehr siegen; heuer zieht Maido dort ein. Für Etxebarri war es ein langer Weg: Dritter 2019 und 2021, Vierter 2023, Zweiter 2024 und 2025. Hinter Gaggan folgen 2026 Alchemist (Kopenhagen), Quintonil (Mexiko-Stadt), Wing (Hongkong), The Chairman (Hongkong), Kjolle (Lima), Kadeau (Kopenhagen) und Diverxo (Madrid).
Das Schloss Schauenstein ist seit 2010 dabei, damals als beste Neuaufnahme auf Platz 30. Die beste Platzierung war Rang 23 im Jahr 2011, im vergangenen Jahr reichte es mit Rang 52 knapp nicht für die Top 50. Im deutschsprachigen Raum bleiben ausserdem das Münchner «Jan» von Jan Hartwig (19) und das Wiener «Steirereck» von Heinz Reitbauer (30) in den Top 50.
Kritik wegen Lobbying
Dass zwei der ersten sechs Plätze nach Hongkong, also an chinesische Restaurants, gehen (Wing und The Chairman) kann ein Zufall sein oder zeigt, warum die Methode «50 Best» seit Jahren kritisiert wird. Lobbying ist nicht verboten, und Tourismusbehörden haben laut «Time» Juroren-Reisen subventioniert. Hongkong war im März Gastgeber der Asien-Verleihung, Lima ist es nun für die Weltgala und mit mindestens drei Lokalen in den Top 50 vertreten. Ein Zusammenhang ist nicht belegt.
Die slowenische Spitzenköchin Ana Roš (Hiša Franko, Platz 60) reiste gar nicht erst an: Der Erfolg hänge zunehmend von Sichtbarkeit ab, schrieb sie, und sie investiere ihre Mittel lieber in Gäste, Team und Produzenten. Der Newsletter-Autor Liam Collens nennt die Liste «a popularity contest, fuelled by budgets and driven by PR teams». Die Organisatoren verweisen auf die unabhängige Prüfung der Stimmen durch Deloitte.
Die Liste aller 50 ausgezeichneten Restaurants findest du hier.