Spital-Mitarbeitende erzählen über Gewalt in der Notaufnahme
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«Er kam mit dem Messer»:Mitarbeitende erzählen über Gewalt in der Notaufnahme

Beschimpft, bedroht, beworfen – Berner Ärztin über Brutalo-Alltag auf dem Notfall
«Ein Mann ging mit einem Messer auf mich los»

Gewalt auf Notfallstationen gehört für viele Mitarbeitende in Schweizer Spitälern zum Alltag. Am nationalen Tag der Notfallmedizin wollen mehrere Schweizer Spitäler ein Zeichen setzen. Sie berichten von Übergriffen durch Patientinnen, Patienten und Angehörige.
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Spitalarbeiter berichten von Angriffen. Diese Berner Ärztin wurde mit einem Messer attackiert.
Foto: Screenshot Instagram

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Spitäler berichten am Emergency Medicine Day über Gewalt im Arbeitsalltag
  • Eine Berner Ärztin wurde von einem Mann mit Messer attackiert
  • Schutzmassnahmen: Sicherheitsdienste, Alarmierungssysteme, Schulungen und Meldestellen eingerichtet
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Janine EnderliRedaktorin News

«Als Pflegefachmann auf dem Notfall erlebe ich praktisch täglich Gewalt.» Angriffe gegen das Personal sind in Schweizer Spitälern keine Seltenheit. Regelmässig kommt es zu verbalen Attacken, Drohungen oder Tätlichkeiten. 

Anlässlich des weltweiten Emergency Medicine Day vom 27. Mai machen mehrere Schweizer Universitätsspitäler gemeinsam auf das Problem aufmerksam. Das Berner Inselspital, das Universitätsspital Zürich, das Universitätsspital Basel sowie das Kinderspital Zürich berichten in einer gemeinsamen Kampagne von belastenden Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag.

Beschimpfungen und aggressive Übergriffe

«Mein prägendstes Erlebnis war, als ein Mann mit einem Messer auf mich losging», erzählt eine Berner Ärztin auf Instagram. Andere Mitarbeitende berichten ebenfalls von Beschimpfungen, Einschüchterungen oder aggressiven Übergriffen durch Patientinnen und Patienten sowie durch Angehörige.

«Einmal wurden mein Team und ich von einem Patienten bedroht», schildert eine Zürcher Spitalangestellte. «Er zog sich alle Infusionen, bewarf uns mit seinen blutigen Sachen – dies auch mit Stühlen und Gegenständen.» 

«Es ist leider oft so, dass wir beschimpft und beleidigt werden», ergänzt eine Basler Ärztin. «Ab und zu werden auch Gegenstände hinter uns hergeworfen. Gegenüber Gewalt, Sexismus, Rassismus und Mobbing gilt einfach Nulltoleranz!»

Das sagt ein Chefarzt

Georg Staubli, Chefarzt Notfall am Kinderspital Zürich, erklärt auf Nachfrage von Blick: «Jede verbale respektive angedrohte körperliche Gewalt ist einschneidend für die betroffene Person.» Und weiter: «Je nach Vorfall ist das extrem belastend und kann unter Umständen bis zur Kündigung der Arbeitsstelle auf dem Notfall führen.»

Schon seit Jahren habe das Kinderspital Zürich einen Mitarbeitenden der Securitas im Notfall vor Ort, jeweils ab dem späten Nachmittag bis in die Nacht. «Zum Glück sind die Gewaltereignisse in Kinderspitälern deutlich geringer als bei Erwachsenennotfallstationen», so Staubli weiter. «Aber je länger die Wartezeiten sind oder je unsicherer Eltern werden und sich Sorgen um ihr Kind machen, desto grösser ist das Risiko.»

Neben dem Securitas-Mitarbeiter vor Ort gibt es laut Staubli Deeskalationsschulungen für alle Mitarbeitenden sowie ein Bedrohungsmanagement-Konzept im Kinderspital. Ausserdem gebe es die Möglichkeit, die Polizei anzurufen.

Nationaler Tag der Notfallmedizin

Das diesjährige Motto des Emergency Medicine Day lautet: «Safe space for emergency medicine teams – stop violence everywhere» («Ein sicherer Raum für Notfallteams – stoppt Gewalt überall»). Gerade in grossen Notfallzentren sei dies eine zentrale Botschaft, schreiben die beteiligten Spitäler auf Instagram.

«Wir sind das Sicherheitsnetz der Gesellschaft – 24/7, 365 Tage im Jahr. Unsere Türen stehen für alle offen. Doch damit wir helfen können, müssen wir sicher sein», heisst es im Beitrag weiter.

24-stündiger Sicherheitsdienst

Die Spitäler betonen zudem: Wer die Pflicht habe, alle Menschen zu behandeln, brauche auch ein sicheres Arbeitsumfeld. Gewalt und Aggressionen gefährdeten nicht nur Mitarbeitende, sondern auch die Patientensicherheit.

Die Energie der Teams solle der medizinischen Versorgung gelten – nicht der Deeskalation von Konflikten.

Zu den bestehenden Schutzmassnahmen gehören unter anderem Sicherheitsdienste rund um die Uhr, Alarmierungssysteme sowie Schulungen für Mitarbeitende im Umgang mit eskalierenden Situationen. Auch Meldestellen, wo die Mitarbeiter Vorfälle melden können, wurden eingerichtet. 

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