Darum gehts
- In Kerzers FR zündete ein Mann im Bus Benzin an, sechs Tote
- Überlebender Faton Morina erlitt Verbrennungen, liegt traumatisiert im Inselspital
- Fünf Verletzte, darunter eine Frau schwer verletzt, nach Zürich geflogen
Nach ersten Erkenntnissen hat ein Mann am Dienstagabend in Kerzers FR in einem Bus zur Stosszeit «einen Brand mutwillig» gelegt. In einem Video sind Schreie zu hören, der Bus brennt lichterloh und mehrere Menschen flüchten vor den Flammen. Und auch Faton Morina (32) ist zu sehen. Noch im Schock erklärt er darin: «Oh bre, ein Mann hat sich drinnen angezündet. Er hat Benzin ausgeleert und hat sich selbst angezündet.» Das traurige Ergebnis: sechs Tote, fünf Verletzte.
Morina ist einer der Verletzten, die sich nun in Spitalpflege befinden. Blick konnte am Mittwoch mit seinem Cousin Arbi Berisha (29) aus Kerzers sprechen. Er erklärt, dass ihn sein Cousin aktuell hier in der Schweiz besucht.
Verbrannte Hände
Laut Arbi Berisha rief ihn sein Cousin Faton am Dienstag gegen 18.30 Uhr an. «Er meinte, der Bus brenne und ich solle so rasch zu ihm zur Migros kommen», gibt Arbi Berisha das Gespräch wieder.
Arbi Berisha sei zu seinem Cousin geeilt. «Bereits aus meinem Haus habe ich den Brand – also den Rauch – gesehen», sagt der 29-Jährige. Zunächst habe er seinen Cousin Faton nicht angetroffen. Doch dann habe er ihn in einem Restaurant gesehen. «Er kam gerade vom WC. Dort hat er seine Hände wohl unter kaltes Wasser gehalten.»
Faton Morina sei an mehreren Stellen verletzt: «An den Händen am meisten, Nase und Beine», so Arbi Berisha. Körperlich gehe es seinem Cousin gut. Nur: «Momentan ist er sehr traumatisiert.»
Älterer Mann übergoss sich mit Benzin
Sein Cousin Faton sei in Gempenach FR in den Bus eingestiegen, etwa in der Mitte des Busses. In Ried FR sei dann ein jüngeres Pärchen – ein Mann und eine Frau – eingestiegen. Dann habe Faton gesehen, wie ein älterer Mann – der direkt vor ihm sass – ein Feuerzeug nahm, sich mit Benzin übergoss und es anzündete. «Er kennt den Mann nicht, hat ihn noch nie gesehen», so Arbi Berisha.
Es sei alles sehr schnell gegangen. Der Bus habe nach wenigen Sekunden angehalten. «Er hat versucht, aus dem Bus zu steigen, aber die Türen waren zu», sagt Arbi Berisha über seinen Cousin. «Dort hat er dann auch seine Hände und ein bisschen seine Beine verbrannt.» Und: «Im Gesicht war er ganz schwarz wegen des Rauchs.»
Dann habe Faton «Lärm» gehört und konnte schliesslich aus dem hinteren Teil den Bus verlassen. Auch im Video, das auf Social Media die Runde macht, ist der Zustand von Faton Morina zu sehen. Laut Arbi Berisha liegt Faton im Inselspital in Bern auf der Intensivstation, soll aber noch am Mittwoch nach Lausanne transferiert werden. Berisha: «Zum Glück ist Faton nicht gestorben.»
Laut Arbi Berisha hat es eine Frau schlimmer als seinen Cousin erwischt. «Sie wurde mit der Rega in ein Spital nach Zürich gebracht.» Auch habe es wohl die Frau nicht aus dem Bus geschafft, die zusammen mit ihrem Partner in Ried eingestiegen seien. «Der Partner sass draussen und weinte um sie.»