Darum gehts
- Postauto-Brand in Kerzers FR: Sechs Tote, fünf Verletzte
- Täter legte Feuer absichtlich
- Es ist nicht der erste Vorfall im ÖV
Nach dem Postauto-Brand von Kerzers FR sind noch viele Fragen offen. Die Kantonspolizei Freiburg geht aber davon aus, dass das Feuer, bei dem sechs Menschen getötet und fünf verletzt wurden, von einem Mann mutwillig gelegt wurde.
Was ihn zu dieser Tat trieb, ist bisher nicht bekannt. Es ist aber nicht das erste Mal, dass der Schweizer ÖV zum Tatort geworden ist. Diese Fälle erschütterten in der Vergangenheit das Land.
Zug-Amok von Salez SG
Am 13. August 2016 greift der damals 27-jährige Schweizer Simon S.* in einem Regionalzug der Südostbahn bei Salez SG mehrere Passagiere mit Messer und brennbarer Flüssigkeit an. Er schüttet Brennsprit im Zug aus, zündet ihn an und sticht mit mehreren Messern auf Fahrgäste ein. Eine 34-jährige Frau und der Täter sterben selbst an ihren schweren Verletzungen, später erliegt auch die 17-jährige Melissa ihren Verbrennungen. Insgesamt werden sieben Menschen verletzt, darunter ein sechsjähriges Kind. Die Staatsanwaltschaft zieht im Schlussbericht ein erschütterndes Fazit: Simon S. war ein vereinsamter Psychopath, sein Motiv war Frauenhass.
Terrorattacke von Morges VD
Am 12. September 2020 erschüttert eine tödliche Messerattacke die Westschweiz. In einem Kebab-Restaurant nahe dem Bahnhof Morges VD zückt ein Mann plötzlich ein Küchenmesser und sticht auf einen Passanten ein. Das Opfer, ein 29-jähriger Portugiese, stirbt noch am Tatort. Der Täter – ein schweizerisch-türkischer Doppelbürger – wird kurz nach der Tat festgenommen. Ermittler sprechen später vom ersten islamistisch motivierten Attentat der Schweiz. Laut Anklage soll er während der Attacke religiöse Parolen gerufen haben. Der Täter wird später vom Bundesgericht wegen Mordes zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Fast-Amoklauf von Pratteln BL
Im Juni 2022 schiesst der damals 48-jährige Antonio M.** am Prattler Bahnhof ziellos auf Passanten. M. ist sturzbetrunken, seine Waffe klemmt – wohl nur deshalb sterben an diesem Abend keine Menschen. Im Herbst 2024 muss M. sich vor Gericht verantworten. Er kassiert eine teilbedingte Strafe von zweieinhalb Jahren, wovon er zehn Monate absitzen muss. Eine Alkoholvergiftung und ein Filmriss bewahren Antonio M. vor einer längeren Haftstrafe – ein Gutachter hatte seine Schuldfähigkeit als «schwerwiegend eingeschränkt» eingestuft.
Geiselnahme von Yverdon VD
Qader B.* nimmt am Abend des 8. Februars 2024 in einem Zug bei Yverdon VD 13 Menschen als Geiseln. Der kurdisch-iranische Asylbewerber ist mit einer Axt bewaffnet, hält seine Opfer vier Stunden gefangen, bevor die Polizei die Verhandlungen abbricht und B. erschiesst. Die Geiseln bleiben unverletzt. Später zeigt sich: B. war vor der Tat psychisch labil und hatte eine krankhafte Obsession für eine Angestellte des Bundesasylzentrums Les Rochat entwickelt.
* Namen bekannt
** Name geändert
Im Liveticker halten wir dich über die aktuellen Entwicklungen in Kerzers auf dem Laufenden. Um 14 Uhr wird die Kantonspolizei Freiburg erneut über den Ermittlungsstand informieren.