Darum gehts
- Postauto brannte in Kerzers FR, mehrere Tote und Verletzte am Dienstag
- Brandursache noch unklar, Terroranschlag ausgeschlossen, es war ein Dieselbus
- DNA-Analyse dauert Tage, Opferidentifizierung läuft
Nach dem tödlichen Brand in einem Postauto in Kerzers FR haben die Freiburger Behörden am Mittwoch an einer Medienkonferenz neue Details bekanntgegeben. Demnach stieg der mutmassliche Täter am Dienstag gegen 17.45 Uhr in Düdingen FR in den Bus. Rund 40 Minuten später, um 18.25 Uhr, soll er sich in Kerzers FR mit Benzin übergossen und selbst angezündet haben. Das Feuer breitete sich danach rasch auf den ganzen Bus aus.
Nach bisherigen Erkenntnissen starben mindestens sechs Menschen, fünf weitere wurden verletzt. Drei Verletzte mussten ins Spital gebracht werden, zwei von ihnen befinden sich weiterhin in Behandlung. Laut Polizei sind die Opfer in einer Spanne aus den Jahrgängen 1961 bis 2009. Damit könnte sich auch eine minderjährige Person unter den Betroffenen befinden. Die formelle Identifizierung der Toten läuft noch, dazu werden DNA-Proben und Autopsien ausgewertet.
Die Freiburger Kantonspolizei schliesst nach ersten Ermittlungen einen Terroranschlag aus. Auch ein technischer Defekt als Brandursache gilt nicht als wahrscheinlich. Beim Fahrzeug handelte es sich um einen Dieselbus. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass der Brand mutwillig verursacht wurde und der mutmassliche Täter allein handelte. Er soll Schweizer Staatsbürger, im Kanton Bern wohnhaft und von seiner Familie als vermisst gemeldet worden sein.
Weiter offen ist, weshalb so viele Passagiere dem brennenden Bus nicht entkommen konnten. Die Polizei wertet dazu Videoaufnahmen aus dem Fahrzeug aus und untersucht unter anderem, wie die Türen funktionierten. Für Angehörige, Zeugen und weitere Betroffene wurden ein Care-Team, eine Hotline und ein Gedenkort eingerichtet.
Den Liveticker zur Medienkonferenz kannst du hier nachlesen: