Darum gehts
- Hockey-Nati verliert WM-Finale in Zürich, Rimoldi wird weggewiesen
- Rimoldi zeigt Strafanzeige wegen angeblichem Hitlergruss und Drohungen
- Strafanzeige am Montag: Zürcher Polizei ermittelt, Sicherheitsdienst entlastet
Die ganze Schweiz schaute am Sonntagabend nach Altstetten – dort kämpfte die Hockey-Nati in der Swisslife-Arena im Final der Eishockey-WM um die Goldmedaille. Ebenfalls vor Ort mit dabei: Nicolas Rimoldi (31), Präsident der Bewegung «Mass-voll». Er verfolgte das Spiel aus dem Festzelt heraus.
Wie die Schweiz zum dritten Mal in Folge den Finalsieg verpasste, bekam Rimoldi jedoch nicht mehr mit. Bevor das Spiel zu Ende war, wurde der 31-Jährige aufgrund «mutmasslich ausländerfeindlichen Verhaltens» aus dem Zelt weggewiesen. Das bestätigte auch die Stadtpolizei Zürich gegenüber Blick.
«Etwas vom Widerlichsten, das ich je erlebt habe»
Konkret hiess es vonseiten der Stapo, Rimoldi wurde «durch den privaten Sicherheitsdienst aus dem Festgelände geführt». Und weiter: «Aufgrund der uns gegenüber genannten Schilderungen über das Verhalten der Person im Festzelt, mutmasslich ausländerfeindlich, wurde er in der Folge polizeilich weggewiesen.»
Rimoldi wurde vorgeworfen, den Hitlergruss gezeigt zu haben. Bereits am Samstag kam es am Rande des Halbfinal-Spiels der Nati zu einem Rassismus-Eklat. Auch dort waren Mitglieder der «Mass-voll»-Bewegung vor Ort.
Auf Anfrage von Blick wehrt sich Rimoldi gegen die Vorwürfe: «Das war etwas vom Widerlichsten, das ich je erlebt habe. Ich konnte nicht mit meinen Parteimitgliedern die letzten Minuten des Matches schauen!»
Strafanzeige gestellt
Laut dem «Mass-voll»-Präsidenten wurden er und seine «fröhlich-feiernden Mitglieder» als «Faschos» beschimpft und mit dem Tode bedroht. Daraufhin habe er den Vorfall dem Sicherheitsdienst gemeldet.
Eine bestimmte Person habe die «Lüge» verbreitet, Rimoldi habe den Hitlergruss gezeigt. Die Person sei jedoch nicht mehr gefunden worden, so Rimoldi weiter. Mittlerweile wisse er jedoch, um wen es sich handle. «Die Identität dieser Person ist der Polizei und unserer Partei bekannt!», betont er gegenüber Blick.
Am Montag hat Rimoldi laut eigener Aussage Strafanzeige eingereicht. Die Zürcher Kriminalpolizei ermittle derzeit zu dem Fall. Mit dem privaten Sicherheitsdienst, der bei der WM tätig war, habe er sich ausgesprochen – er mache ihnen keine Vorwürfe. Der Fall beschäftige ihn aber weiterhin: «Ich bin nach wie vor sehr aufgewühlt und enttäuscht, dass so etwas in unserer Schweiz möglich ist.»