Easyjet-Stewardess zofft sich mit Nidwaldner Mutter wegen Platzwechsel
«Kein Feingefühl für Menschen mit einer Behinderung»

Eigentlich hatte nur die Grossmutter den Platz im Flieger wechseln wollen, damit ihre Enkelin, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sich hinlegen kann. Gemäss der Mutter aber reagierte die Kabinenchefin im harschen Ton und ohne Verständnis für die Notsituation.
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Die Ferien in Hurghada seien toll gewesen, erzählt Tamara Bennouna (47), Mutter von Sarah (16).
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Eine Familie aus Buochs ist schockiert über Verhalten von EasyJet-Kabinenchefin
  • Tochter lebt mit einer Behinderung udn ist auf einen Rollstuhl angewiesen
  • Mutter kritisiert fehlendes Feingefühl und harsche Art
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Angela RosserJournalistin News

Es seien wunderschöne Ferien gewesen, die Tamara Bennouna (47) gemeinsam mit ihrer Tochter Sarah (16) und ihrer Mutter im ägyptischen Hurghada verbringen durften. Was das Dreiergespann aus Buochs NW allerdings auf dem Rückflug erlebte, überschatte diese wunderbare Zeit.

«Ich habe in der Nacht danach kaum geschlafen, weil mich das so beschäftigt», erzählt Tamara Bennouna gegenüber Blick. In Ägypten sei noch alles toll gewesen und die Mitarbeiter der Airline Easyjet seien sehr hilfsbereit gewesen. Warum sie das erwähnt? Tamaras Tochter Sarah hat eine Behinderung und ist auf einen Rollstuhl angewiesen.

Schmerzen durch langes Sitzen

Das gute Gefühl sollte aber nicht lange andauern. Bennouna sagt, dass sie extra Sitze in der zweiten Reihe gebucht habe, damit ihre Tochter nicht durch das ganze Flugzeug geschoben wird. Ihre Tochter leidet am kaudalen Regressionssyndrom, langes Sitzen bereitet ihr Schmerzen. Bei dem Syndrom sind der untere Wirbelsäulenabschnitt sowie das Becken, die Organe und die Beine nicht vollständig entwickelt.

Kurz nach dem Start klagte Sarah über Schmerzen. Da in der vordersten Reihe noch Plätze frei waren, habe die 47-Jährige einen der Flugbegleiter gefragt, ob sich Sarahs Grossmutter dahin umsetzen könne, damit Sarah deren Sitzplatz zum Liegen nutzen könne. Er habe dies bejaht. Dann habe sich dessen Vorgesetzte eingeschaltet. «Sie kam wie eine Furie auf mich zu und blaffte, dass das so nicht gehe und diese Sitze nochmals extra kosten würden.»

Flugbegleiter entschuldigt sich

Sie habe die Grossmutter dann auf einen anderen Platz verwiesen. «Das ist ja auch kein Problem, mir geht einfach ihre Art nicht aus dem Kopf», sagt sie. Der Flugbegleiter, der den Platzwechsel erst erlaubte, habe sich bei ihr entschuldigt. Andere Fluggäste hätten sich ihr gegenüber bestürzt gezeigt über die Stewardess.

Ginge es nur um sie, hätte sie die barsche Art der Frau gar nicht so gestört. «Hier geht es aber um mein Kind, es ist doch so schon schwer genug für sie», sagt Bennouna spürbar mitgenommen. 

«Fehlendes Feingefühl»

Nach der Landung und als alle anderen Passagiere die Maschine verlassen hatten, habe sie nochmals das Gespräch mit der Mitarbeiterin gesucht.«Sie hat mir dann vorgeworfen, ich hätte einen ‹Riesenaufstand› gemacht, weil ich nicht mehr hätte bezahlen wollen. Das stimmt aber schlichtweg nicht», so Bennouna.

Sogar ihre Tochter, die sonst eine sehr ruhige Person sei, habe sich über das Verhalten der Angestellten aufgeregt. «Es ist einfach schockierend, wie hier das nötige Feingefühl für Menschen mit einem Handicap gefehlt hat», so Bennouna. Die Familie flog schon viele Male mit Easyjet und nie hätten sie eine solche Behandlung erlebt. «Wer sich so verhält, ist hier definitiv im falschen Beruf.»

Airline reagiert

Easyjet schreibt auf Anfrage von Blick: «Es tut uns leid, von den Erfahrungen der Familie an Bord zu hören. Wie alle Fluggesellschaften haben wir Verfahren eingerichtet, um Passagieren zu helfen, die besondere Unterstützung benötigen.»

Das Kabinenpersonal sei geschult, verschiedene Situationen mit Sorgfalt und Professionalität zu bewältigen. «Die Sicherheit und das Wohlergehen aller unserer Passagiere und unserer Crew haben bei Easyjet stets höchste Priorität», so Mediensprecherin Judith van Harten weiter.

Sie bezieht sich auf den Bericht der Besatzung. Aus dem gehe hervor, dass «das Personal während des gesamten Fluges höflich und professionell mit den Passagieren kommuniziert hat». Um mehr über den Vorfall zu erfahren, werde sich der Kundendienst mit der Familie in Verbindung setzen, verspricht van Harten.

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