TAP-Maschine entgeht Katastrophe nur knapp
Flugzeug sackt auf 300 Meter ab, Piloten reagieren in extremis

Mitte Januar geriet ein portugiesischer Flieger über Tschechien in eine kritische Lage. Der Airbus A320 sank mit hoher Geschwindigkeit und entging einem Absturz nur knapp.
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Über Tschechien kam es im Januar zu einem schwerwiegenden Vorfall.
Foto: Google maps

Darum gehts

  • TAP-Airlines-Flug von Lissabon nach Prag entging am 17. Januar Absturz
  • Flugzeug sank auf 305 Meter mit 590 km/h Geschwindigkeit
  • Pilot rettete Maschine durch manuellen Steigflug mit 18-Grad-Winkel
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Janine EnderliRedaktorin News

Eine Maschine der TAP-Airlines auf dem Weg von Lissabon nach Prag entging einem Absturz nur knapp. Vor der Landung verlor der Airbus A320neo extrem an Höhe, wie die Zeitung «MF Dnes» berichtet. Erst 300 Meter über dem Boden gelang es der Crew, das Flugzeug wieder zu stabilisieren. 

Der Vorfall habe sich bereits am 17. Januar ereignet. Das Flugzeug unterschritt in der Nähe der Ortschaft Křivoklát die zulässige Mindestflughöhe und sank unter zunehmender Beschleunigung rapide weiter. Im letzten Moment schaffte es der Pilot, einen Absturz zu verhindern und die Maschine wieder hochzuziehen, heisst es in dem Bericht. 

«Ernster Zwischenfall»

Die Daten zeigen: Der Flieger sank mit durchschnittlich 590 km/h auf eine Höhe von 305 Meter. Die Anwohner hätten besonders laute Geräusche wahrgenommen, doch Nebel verdeckte die Sicht. 

«Es war lauter als sonst. Ich rannte nach draussen, ich wusste zuerst nicht, dass es ein Flugzeug war.» Schliesslich habe sie die Maschine erkannt. «Es flog über den Hügel und war sehr nah», beschreibt eine Einwohnerin von Křivoklát. Ermittler sprechen von einem «ernsten Zwischenfall», weswegen das tschechische Institut zur Aufklärung von Flugunfällen (ÚOZPLN) den Sachverhalt untersucht.

«Der Pilot übernahm die manuelle Steuerung»

«Die Flugsicherung reagierte und warnte die Besatzung», erklärt Josef Bejdák vom ÚOZPLN-Institut. Anschliessend habe der Pilot die Steuerung manuell übernommen und begann mit einem Steigflug in einem Winkel von 18 Grad. Schliesslich schaffte es die Crew, aus einer dicken Wolkendecke zu fliegen, eine Schleife zu fliegen und schliesslich sicher in der Stadt Ruzyně zu landen.

Warum das Flugzeug derart rasch absackte, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch ungeklärt. 

Ähnlicher Vorfall über Genfersee

Der Vorfall erinnert an die Situation einer Easyjet-Maschine im November 2023. Damals sackte das Flugzeug, auch ein A320, auf 230 Meter ab und konnte einen Aufprall auf dem Genfersee knapp verhindern. 

Glücklicherweise funktionierte der Sicherheitsapparat an diesem Tag. Die niedrige Flughöhe löste im Tower in Cointrin offenbar einen Alarm aus. «Überprüfen Sie sofort Ihre Höhe!», wiesen die Fluglotsen die Crew an. Durch eine massive Beschleunigung konnten die Piloten das Flugzeug und die 157 Passagiere in letzter Sekunde retten. 

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