Pannendreieck sein lassen und in Sicherheit bringen
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Kapo Aargau empfiehlt in Video:Pannendreieck sein lassen und in Sicherheit bringen

Diskussion ums Warndreieck
Pannenstreifen-Video der Kapo Aargau sorgt für Verwirrung

Autounfall – und dann? Die Kantonspolizei Aargau warnt vor dem Pannenstreifen als «Todeszone». Statt das Warndreieck aufzustellen, solle man sofort das Fahrzeug verlassen und sich in Sicherheit bringen. Eine überraschende Botschaft.
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In einem aktuellen Video rät die Kantonspolizei Aargau, den Pannenstreifen schnellstens zu verlassen.
Foto: Screenshot / Facebook kapoaargau

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein neues Pannendreieck-Video der Kantonspolizei Aargau sorgt für Verwirrung
  • Die Polizei rät, bei einem Unfall, keine Zeit zu verschwenden und sich hinter die Leitplanke zu begeben
  • Mediensprecher klärt Widerspruch auf
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Es klöpft. Ein Ruck – dann Stille. Bei einem Autounfall ist für viele der nächste logische Schritt das Aufstellen des Pannendreiecks. So vermitteln es ja auch die Fahrschulen. Doch genau davon raten ausgerechnet die Gesetzeshüter jetzt ab.

In einem Video, das die Kantonspolizei Aargau auf ihren Social-Media-Kanälen publiziert hat, wird darauf hingewiesen, dass das Aufstellen des Pannendreiecks in Unfallsituationen die Gefahr erhöht. Der Pannenstreifen ist laut dem Facebook-Video eine «Todeszone». Im gleichen Atemzug erwähnt die Kapo Aargau im Video, in Unfallsituationen keine Zeit zu verlieren und sich so schnell wie möglich hinter die Leitplanke zu begeben. 

Pannendreieck aufstellen oder doch nicht?

Die Frage bleibt: Was passiert nun mit dem Pannendreieck? Diese Frage stellen sich auch die Personen in der Kommentarspalte unter dem Facebook-Video. «Zu meiner Zeit wurde uns beigebracht, auf der Beifahrerseite auszusteigen und 100 Meter hinter dem Fahrzeug das Pannendreieck aufzustellen», bemerkt ein Facebook-User. Diese Distanz entspricht auch der Empfehlung des Bundesamts für Strassen (Astra).

Eine Polizistin der Kantonspolizei Aargau erklärt im Video, dass man das Fahrzeug versuchen sollte, so weit wie möglich von der Fahrbahn abzustellen und den Pannenblinker anzustellen. Bevor man das Auto auf der Beifahrerseite verlassen würde, sollte man eine Leuchtweste anziehen, führt sie weiter aus. 

Wenn Gesetze nicht der Realität entsprechen

Was gilt also? Bernhard Graser, Mediensprecher der Kapo Aargau, weist auf Anfrage von Blick darauf hin, dass das Gesetz nicht der Praxis entsprechen würde. «Die Vorschrift ist schön und gut, wenn wenig Verkehr herrscht. Die Realität ist eine andere», fügt er hinzu. Der Pannenstreifen wird bei regem Verkehr zur wahren Gefahrenzone, erklärt Graser und ergänzt, dass es nicht intelligent sei, dort noch einem davonfliegenden Pannendreieck hinterherzurennen.

Er rät, auszusteigen und sich in Sicherheit begeben und keine Sekunde zu verschwenden, weil man das Gesetz befolgen möchte. «Zumindest wir im Aargau würden nicht auf die Idee kommen, jemanden zu büssen, weil auf der Autobahn kein Pannendreieck aufgestellt ist», erläutert der Mediensprecher.

Nicht nur das Pannendreieck sorgt für Fragezeichen, auch beim Verlassen des Autos herrscht Verwirrung. «Mit dem Aussteigen auf der Beifahrerseite möchte man verhindern, dass man auf der Fahrbahnseite steht. Wichtig ist, gesunden Menschenverstand einzusetzen und möglichst schnell das Auto zu verlassen», sagt der Mediensprecher. Wie dies geschieht, sei sekundär. 

Wertvolle Rückmeldung trotz Kritik

Obwohl es widersprüchlich wirkt, dass ausgerechnet die Polizei ein Video publiziert, das gegen das Gesetz rät, ist es für die Kapo Aargau hilfreich: «Für uns ist es wertvoll, zu sehen, wie das Video ankommt, denn so sehen wir, was die Gesellschaft denkt», führt Graser aus. Die Kantonspolizei könne auch ihre Erfahrungen aus dem Polizeialltag teilen und solche Widersprüche aufklären. 

Im Polizeialltag seien gemäss Mediensprecher Unfälle aufgrund des Aufhaltens auf dem Pannenstreifen keine Seltenheit. Die Kernbotschaft des Videos ist gemäss dem Kapo-Mediensprecher, dass der Pannenstreifen in der Realität kein Ort zum Verweilen ist.

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