Darum gehts
- Chaos in Diessenhofen: Platzsturm nach 3:3 endet in Massenkeilerei
- Zwei Rote Karten, verletzter Spieler, Polizei muss vor Ort schlichten
- Rund 24 Beteiligte, Aufstieg von Oberwinterthur in 2. Liga überschattet
Wüste Szenen in Diessenhofen TG. Der FC Oberwinterthur steigt auf, dennoch verlieren Spieler und Teile des Publikums die Nerven. Ein Platzsturm endet mit Blut, der Aufstieg des FC Oberwinterthur verkommt zum Nebenschauplatz.
Am Sonntag geht es um alles: Der Erste und der Zweite der Tabelle in der dritten Liga, Gruppe 5, treffen aufeinander. Diessenhofen braucht einen Sieg, um im letzten Moment am Konkurrenten vorbeizuziehen, doch es reicht trotz aufopferungsvollem Kampf nicht. Das Ergebnis: 3:3. Oberwinterthur steigt in die zweite Liga auf, Diessenhofen bleibt unterklassig trotz einer Rückrunde ohne Niederlage.
Rudelbildung während Feier
Nach dem umkämpften Unentschieden kommt es mitten in der Aufstiegsfeier der Winterthurer zu einem Tumult. Fans des FC Oberwinterthur stürmen den Platz, um mit den Spielern zu feiern, als es eskaliert: Rudelbildung! Massenkeilerei!
Rund zwei Dutzend Menschen nehmen daran teil. Im Video ist zu sehen, wie ein Spieler des FC Diessenhofen umgestossen wird und mit schmerzverzerrtem Gesicht liegenbleibt, während die unfassbaren Szenen neben ihm weitergehen.
Laut den «Schaffhauser Nachrichten» soll ein Spieler des FC Diessenhofen verletzt worden und blutüberströmt vor Ort gepflegt worden sein. Die Thurgauer Polizei musste ausrücken, um die Situation zu beruhigen. Als die Beamten vor Ort auftauchten, hatte sich die Situation aber schon beruhigt.
Polizei musste schlichten
Konsequenzen scheint die Massenschlägerei vorerst nicht zu haben, wie die Thurgauer Polizei auf Anfrage schreibt: «Die Abklärungen ergaben, dass es beim Fussballspiel zu gegenseitigen verbalen und tätlichen Auseinandersetzungen gekommen ist. Verletzt wurde niemand. Es gab keine polizeilichen Massnahmen.»
Medien berichten, dass es primär die Gästefans gewesen seien, die sich an den Gewalttätigkeiten beteiligt hätten. Es könnte noch zu Massnahmen seitens des Fussballverbands kommen. Die Partie wurde nämlich aufgezeichnet, und die Aufnahmen «dürften eine zentrale Rolle spielen», um die Schuldfrage zu klären, schreiben die «Schaffhauser Nachrichten».
Die Schiedsrichter verteilten im Nachgang der Rudelbildung zwei Rote Karten: An den Schlussmann des FC Oberwinterthur und an den Trainer des FC Diessenhofen. Welche disziplinarischen Massnahmen folgen könnten, ist noch unklar.
Schade: Der Aufstieg des Zürcher Klubs in die 2. Liga verkommt so zur Randnotiz.