Darum gehts
- Zwei Nati-Fans zeigen, wie viel ihre WM-Reise kostet
- Sie haben eine genaue Kostenaufstellung gemacht
- Dynamic Pricing macht Tickets unsäglich teuer, doch es gibt Alternativen
Einreiseprobleme, lange Wartezeiten, Tausende von Dollar für ein einziges Tschuttibillett. Die grösste und extremste Weltmeisterschaft in der Geschichte hat schon einiges an Schlagzeilen produziert. Gleichzeitig finden sich auch Hotels und Unterkünfte in den USA mit grosser Kritik konfrontiert. Viel zu viel sollen sie verlangen, die Preise ins Unermessliche treiben.
Doch wie viel kostet eine Reise an die Weltmeisterschaft überhaupt? Wie viel zahlt der durchschnittliche Nati-Fan für einen Trip über den Teich, für das Billett ins Stadion, für den Hotdog auf der Tribüne?
Yannick Wurmser und Tomi Moran öffnen ihr Reiseportemonnaie
Die Antwort, kurz zusammengefasst: genug, aber nicht unglaublich viel. Das zeigt das Beispiel von Yannick Wurmser (30) und Tomi Moran (34). Die beiden Freunde aus Zürich reisten am Freitagnachmittag in Richtung San Francisco (USA) ab und begleiten die Nati insgesamt sieben Tage lang. Live im Stadion schauen sie das Spiel gegen Katar am 13. Juni in San Francisco und jenes gegen Bosnien in Los Angeles (USA) am 18. Juni.
Dafür greifen sie tief ins Portemonnaie.
Dass die beiden ihre Konten ordentlich leeren werden, ist ihnen bewusst, sagt Wurmser zu Blick: «Klar ist es viel Geld, aber das Erlebnis selber wird es zurückzahlen. Geld kommt und geht, aber die Erlebnisse bleiben für immer und sind unbezahlbar.»
Der Entschluss, bei einer WM im «Land der unbegrenzten Möglichkeiten» dabei sein zu können, habe sich fast von selber gefasst. «Meines Erachtens ist das ein Privileg», sagt Wurmser.
Diese Reise rangiert bei den beiden Freunden schon vor Antritt in den Top 3 der besten Ferien, die sie je gehabt haben, so Moran: «Es wird schon von der Atmosphäre her die Nummer eins. Wir waren schon an der EM in Deutschland, aber ich denke, die USA werden das noch toppen.» Die Vorfreude auf die Spiele ist bei Wurmser und Moran allgegenwärtig: «Es wird eine 10/10-Reise.»
Blick will es dann doch noch ganz genau wissen. Als Kostenvoranschlag führen Wurmser und Moran unglaubliche 1500 Franken für Souvenirs an. Wofür geben sie das Geld aus? «Das ist ein Richtwert nach den letzten Ferien», sagt Wurmser und lacht. «Wir haben in diesen Topf alles reingetan: von Kleidern vom Shoppen über Merchandise wie Fanartikel und so weiter.»
Darum sind die Preise so hoch
Auch die 600 Franken für Match-Tickets verwundern, wurde doch viel geschrieben über überrissene Eintrittspreise der diesjährigen WM. Das stimmt. Aber nicht für alle. Denn der Schweizerische Fussballverband (SFV) erhält im Vorfeld von jedem internationalen Turnier ein Kontingent von Tickets, das er zu relativ günstigen Preisen an die Fans weitergeben kann.
Es gibt Fans, beispielsweise Anhänger des SFV-eigenen Football Fans Premium Club, die für ein WM-Ticket 2026 nicht mehr als 60 Franken zahlen. Tickets erhalten auch Partner des SFV. Der Rest der Tickets geht in den offenen Verkauf der Fifa, wo Dynamic Pricing herrscht. Das sind Preise, die mit steigender Nachfrage teurer und mit sinkender Nachfrage billiger werden. So entstehen Eintrittspreise, für die man auch einen gebrauchten Kleinwagen erstehen könnte.
In eigener Sache: Auch Blick legt transparent offen, wie viel dieses WM-Abenteuer für den Reporter gekostet hat. Blick buchte beim Fan-Reiseveranstalter Travelclub ein Pauschalangebot. Flug, Transfer und Hotel vom 11. Juni bis 15. Juni für 2900 Franken. Das Billett für das WM-Spiel gegen Katar kostete via Travelclub 190 Franken. Macht total: 3090 Franken.

