Darum gehts
- YB-Fan und Lehrer Miro A. kam nach Faustschlägen gegen Beamte bei einem Fussballspiel für über neun Wochen in Haft
- Nun kann er wieder an seine Schule zurückkehren und spricht über seinen Ausraster
- Blick-Community ist gespalten: Einige fordern härteres Vorgehen, andere begrüssen die zweite Chance
Beim Europa-League-Auswärtsspiel von YB gegen Aston Villa am 27. November in Birmingham kochten die Emotionen im Stadion. Als Aston Villa ein Goal schoss, flogen Gegenstände aus dem YB-Block aufs Spielfeld, ein Stürmer von Aston Villa erlitt eine Platzwunde. Mittendrin: Miro A.* (36) – YB-Fan und Oberstufenlehrer.
A.s Kollege überwand die Abschrankung zum Spielfeld. Sofort griffen Polizisten ein, für Miro A. war das zuviel. «Ich empfand das Vorgehen gegen meinen Kumpel als sehr grob. Das führte fatalerweise dazu, dass ich ihm in dieser hektischen, komplett unübersichtlichen Situation zu Hilfe sprang.» Und zwar mit Faustschlägen gegen die Sicherheitskräfte. Miro A. wurde festgenommen. Das Urteil: acht Wochen Knast.
Anfang Februar konnte der «Hooligan-Lehrer» wieder zurück in die Schweiz und in seinen Job in Fraubrunnen BE zurückkehren. Am Freitag gaben Gemeinde und Schule bekannt, dass man das Arbeitsverhältnis mit A. «nach sorgfältiger Prüfung» fortsetze.
Leser wünschen sich ähnlichen Umgang mit Hooligans in der Schweiz
Die Blick-Community reagiert mit gemischten Gefühlen auf den Umgang mit dem YB-Lehrer. Viele sehen darin ein korrektes Vorgehen. «Genau so ist mit solchen Hooligans umzugehen. Offenbar hat zumindest dieser Herr etwas daraus gelernt», kommentiert User Peter Hubacher. Auch Leser Reto Leutenegger findet: «Bravo!! So sollte man mit diesen Kriminellen umgehen! 9 Monate wären zwar besser gewesen… aber immerhin! Und so wie es klingt, besteht die Hoffnung auf einen Lerneffekt!»
Einige User sehen das Vorgehen der englischen Polizei als gutes Beispiel für die Schweiz. «Nehmt euch ein Beispiel an der englischen Polizei! Genau so muss die Schweizer Polizei, unterstützt durch die Politik, auch in der Schweiz vorgehen», schreibt der Nutzer Hans Müller. «Das Beispiel zeigt, dass man gegen diese Randalierer in der Schweiz wesentlich härter und konsequenter vorgehen muss!», findet Markus Ziegler.
User sind gespalten über Rückkehr an die Schule
Viele Kommentare beziehen sich auf die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses von A. als Oberstufenlehrer. Einige User sehen die Entscheidung von Schule und Gemeinde als gerechtfertigt. «Wer ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein. Dem sympathischen Lehrer wünsche ich alles Gute und nur das Beste», schreibt Leser Bert Hauser. «Jeder verdient eine zweite Chance», findet auch Roger Kappeler. User Carlo Max denkt: «Vorbild sein, heisst nicht fehlerlos durchs Leben zu gehen. Vorbild sein heisst, zu Fehlern stehen, und die entsprechenden Lehren daraus zu ziehen.»
Doch in einigen Kommentaren findet sich Kritik an A.s Rückkehr in die Schule. «Er ‹reagierte mit Faustschlägen gegen Beamte› und möchte in Bern noch ernst genommen werden? Er ist ein verurteilter Straftäter. Sorry, als Mutter von zwei Töchtern möchte ich NIE so einen Lehrer in irgendeiner Weise mit Schülern in Kontakt wissen», findet Leserin Susi Kaiser. User Tinu Rösch sieht das ähnlich: «Eine Frechheit, dass dieses schlechte Vorbild als Lehrer weiter unterrichten kann. Ich würde meine Kinder, wenn sie bei dem im Unterricht wären, subito aus der Schule nehmen!»
Einige Nutzer bemängeln die Reaktion von Miro A. auf sein Fehlverhalten. «Die Rechtfertigungsversuche hier sind einfach lächerlich. Keine Entschuldigung in Richtung der Polizei oder Aston Villa für sein schändliches Verhalten», findet etwa Leser Heinz König. «Man hätte viel härtere Strafen aussprechen müssen. Wenn er wirklich Verantwortung übernehmen möchte, dann nicht so wie im Interview und quasi die Opferrolle übernehmen. Wirklich schwach», kommentiert Nutzer Rene Friedli.
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