Darum gehts
- Frühlingswetter mit bis zu 20 Grad erreicht die Schweiz ab Dienstag
- Walliser La Creusaz meldete rekordverdächtige 235 Zentimeter Neuschnee
- Auf 2000 Metern steigen Temperaturen bis Dienstagabend auf 5 Grad
Nach dem Schnee-Schock der letzten Wochen meldet sich nun der Frühling – und zwar überraschend früh und kräftig. Doch wo kommen die milden Temperaturen plötzlich her? «Die warmen Temperaturen kommen aus Nordafrika, teilweise kann sogar Saharastaub mit dabei sein», sagt Klaus Marquardt von Meteo News zu Blick.
Die plötzliche Wärme Ende Februar ist zwar aussergewöhnlich, aber durchaus möglich: Ähnliche Temperaturen wurden zuletzt 2017 gemessen, wie der Meteorologe sagt. «Doch klar», so Marquardt weiter, «wir sind damit massiv über der Norm. In den 60er-Jahren hätte ein solches Ereignis noch als Extremwetterereignis gegolten, inzwischen sind solche Ereignisse nichts Besonderes mehr. Im Zuge des globalen Klimawandels, der solche auffälligen Wetterereignisse begünstigt, werden sie noch häufiger.»
In den Bergen wird es stürmisch
In der Schweiz sorgt die warme Luft für eine erste frühlingshafte Wärmewelle: Am Montag strömt hinter einer Störung vorübergehend trockenere Luft ein. Der Nachmittag bringt einen Mix aus Wolken und sonnigen Auflockerungen. Mit auffrischendem Südwest- bis Westwind klettern die Temperaturen auf 12 bis 15 Grad, in den Bergen bläst es teils stürmisch – dort zeigt der Winter nochmals seine raue Seite.
Am Abend ziehen wieder mehr Wolken auf, in der Nacht bringt eine Warmfront stellenweise Regen. Die Schneefallgrenze steigt bis Dienstagmorgen auf rund 2000 Meter. Der Schnee zieht sich also immer weiter nach oben zurück.
Erst Regen, dann Sonne
Der Dienstag wird dann zur Geduldsprobe – zumindest im Osten. Während im Westen bereits am Morgen die Sonne lacht, hängen über der Deutschschweiz noch viele Wolken. Besonders in der östlichen Landeshälfte fällt stellenweise noch Regen. Doch im Tagesverlauf setzt sich die Sonne von Westen her immer mehr durch. Am Nachmittag ist es vielerorts trocken und zunehmend freundlich.
Mit leichtem Südwestwind steigen die Temperaturen auf der Alpennordseite auf 13 bis 16 Grad. Die Nullgradgrenze klettert gegen 2500 Meter, im Westen sogar auf rund 3000 Meter – für Ende Februar ein bemerkenswerter Wert.
Wintersportler, aufgepasst!
Wintersportler sollten sich deshalb möglichst früh auf die Piste begeben, wie Marquardt verrät. Die warmen Temperaturen werden dem Schnee ordentlich zusetzen und besonders an sonnengelegenen Hängen für schwierige Bedingungen sorgen. In diesem Fall lohnt es sich, auf schattige Pisten auszuweichen.
Die Lawinengefahr bleibt weiterhin hoch. Aufgrund der massiven Neuschneemengen der letzten Tage warnt der Bund für den gesamten Schweizer Alpenraum vor erheblicher Gefahr durch Lawinenabgänge.
Schön, aber deutlich zu warm
Richtig frühlingshaft wird es im Tessin. Dort hat die Sonne den ganzen Tag das Sagen. 18 bis 19 Grad sind locker drin, lokal sogar um 20 Grad. Es winkt der erste «20er» des Jahres – Dolce Vita statt Winterfrust.
Und es bleibt mild: Bis mindestens Freitag sorgt ein Hoch für viel Sonnenschein. Am Mittwoch liegt im Flachland am Vormittag noch etwas Nebel, danach setzt sich die Sonne durch. 14 bis 17 Grad sind möglich, auf 2000 Metern werden bis zu 10 Grad gemessen.
Für die Jahreszeit sind 15 bis 18 Grad deutlich über dem Durchschnitt. Nach Wochen voller Schneemassen fühlt sich das an wie ein kleiner Wetter-Knall. Der Frühling macht ernst – auch wenn der Winter am Wochenende mit einer Kaltfront nochmals anklopfen könnte.