Darum gehts
- Arzt in Zürich seit Juli wegen Schändungsverdacht in U-Haft
- Vorwurf: Patientinnen heimlich gefilmt, sexuell missbraucht, teils minderjährige Opfer
- Seit 2012 mehrere Vorfälle, Ermittlungen auch in Österreich
«Lasst euch dort niemals betäuben, wenn ihr nicht eine Begleitperson dabei habt.» «Seien sie vorsichtig. Lassen Sie keine Narkose ohne Begleitperson durchführen.» Diese Google-Rezensionen unter einer Praxis in der Stadt Zürich lassen bereits vermuten, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht.
Der hier praktizierende Arzt befindet sich seit Anfang Juli in Untersuchungshaft. Wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich gegenüber Blick bestätigt, wird gegen den 65-jährigen Österreicher unter anderem wegen Verdachts auf Schändung ermittelt.
Es werde auch vermutet, der Arzt habe Patientinnen in seiner Zürcher Praxis ohne ihre Zustimmung gefilmt. Zu den Haftgründen sowie zu den detaillierten Vorwürfen werden von der Staatsanwaltschaft aufgrund der laufenden Untersuchungen keine Angaben gemacht.
Ermittlungen in Österreich
Der Mann kommt ursprünglich aus der österreichischen Stadt Graz und betrieb dort ebenfalls eine Praxis. Dort wird schon seit Herbst 2025 aus denselben Gründen gegen ihn ermittelt.
Laut der «Kronen Zeitung» soll der Beschuldigte seit 2012 Patientinnen in seiner Privatpraxis heimlich nackt gefilmt, teilweise sediert und sexuell missbraucht haben. Er habe die Frauen unter einem Vorwand gebeten, sich nackt auszuziehen. Manche von ihnen habe der Arzt sediert und anschliessend auf einem Gynäkologenstuhl missbraucht. Kameras habe er dabei beispielsweise in Taschentücherboxen versteckt.
Bereits 2021 soll es in Graz eine Anzeige gegen den Arzt gegeben haben. Die Behörden hätten damals jedoch keinen ausreichenden Verdacht für Ermittlungen gesehen.
Mindestens ein minderjähriges Opfer
Die zuständigen Ermittler in Österreich haben am Montag bekanntgegeben, dass mindestens eines der Opfer noch minderjährig war. Zahlreiche Fotos und Videos konnten offenbar sichergestellt und ausgewertet werden, wie das ORF berichtete. Die Ermittlungen würden allerdings noch andauern.
Die Berichte aus Österreich decken sich mit einigen der Google-Rezensionen der Zürcher Praxis des beschuldigten Arztes. Eine Patientin wirft dem Mediziner vor, während ihrer Koloskopie-Untersuchung anzügliche Bemerkungen gemacht zu haben. Der Eingriff sei zudem auf einem Gynäkologenstuhl durchgeführt worden und nicht in der üblichen seitlichen Liegeposition. Weitere Rezensionen werfen dem Mann «dubioses und narzisstisches Verhalten» vor.