Darum gehts
- Polizei räumt seit 4 Uhr das besetzte Zack-Areal in Basel-Stadt
- Aktivisten klettern aufs Dach, trotzen Wetter und zeigen Widerstand
- Areal seit 4 Wochen besetzt, Eigentümerin Swiss Life sah Sicherheitsrisiko
In aller Herrgottsfrühe startete am Mittwoch in Basel-Stadt ein Polizeieinsatz. Um 4 Uhr morgens begann die Räumung des besetzten Zack-Areals im Klybeckquartier. Das Gelände wurde weiträumig abgesperrt und der Verkehr umgeleitet.
Laut Augenzeugen fuhren Einsatzkräfte mehrere Laster mit mobilen Toiletten auf das Gelände. Dutzende Polizisten und mehrere Kastenwagen sind im Einsatz, wie die Bilder von Leserreportern zeigen.
Besetzer klettern auf Dach
Trotz des massiven Aufgebots bleibt die Situation angespannt. Die Aktivistinnen und Aktivisten wollen ihren neuen «Raum für autonome Kultur» nicht kampflos aufgeben. Einige von ihnen sind sogar aufs Dach geklettert. In Anbetracht des Wetters sicherlich nicht die beste Idee.
Kurz nach 8.30 Uhr fanden sich auch Einsatzkräfte auf dem Dach ein, haben sich aber dann wieder zurückgezogen, wie die «Basler Zeitung» schreibt. Personen auf der Strasse jubelten den Besetzern oben zu. Auch während eines heftigen Gewitters vor 9 Uhr harrten die beiden auf dem Dach aus.
Sicherheit im Fokus
Die Aktivisten hatten das Gelände vor vier Wochen besetzt, um einen «Gegenentwurf zu Kommerz und Konsum» zu schaffen, wie sie angaben. Die Grundeigentümerin Swiss Life sah jedoch ein Sicherheitsrisiko und forderte mehrfach die freiwillige Räumung. «Die Sicherheit der beiden Personen und die Verhältnismässigkeit des Einsatzes haben Priorität», sagt die Polizei. Die Gebäude sind aber geräumt, so die Polizei. Man sei in intensivem Austausch mit den Personen auf dem Dach. Darum ist bis auf Weiteres mit der Sperrung der Klybeckstrasse zu rechnen.
Unterdessen kündigte die Gruppierung auf Telegram Widerstand an: «Das Zack wird in diesem Moment geräumt, doch diese Geschichte ist noch nicht vorbei; wir kommen wieder, aber wir sind stinksauer!» Auf Instagram rufen Gruppierungen zu einer Spontandemo am Mittwochabend auf.
Grossrätin Franziska Stier bedauert die Räumung. Ihrer Meinung nach brauche es solche Orte, die Kultur und Care verbinden. Genau das sei der Ansatz des Zacks gewesen. Im Kulturzentrum wurde zum Beispiel Mittag- und Abendessen angeboten – gratis. Die Stimmung vor Ort sei aber friedlich, heisst es in den Medien.