Mann erschiesst Hund «Buddy» vor Eintreffen der Polizei
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Tierschutz schon auf Hof:Mann erschiesst «Buddy» vor Eintreffen der Polizei

Tragödie im Kanton Bern
Bauer erschiesst Hund bei Tierschutzeinsatz

Tierretter wollen am Mittwoch auf einem Bauernhof im Emmental den Hund Buddy abholen. Dann eskaliert die Situation: Der Schwiegervater der Besitzerin erschiesst den Hund, als die Tierschützer auf dem Hof sind.
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Der Appenzeller-Border-Collie Buddy wurde am Mittwoch auf einem Bauernhof erschossen.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Im Emmental wurde der Hund Buddy am Mittwoch erschossen
  • Der mutmassliche Täter drohte: «Entweder der Hund oder ich»
  • Polizei bestätigt Einsatz; Ermittlungen laufen
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Gina Grace ZurbrüggRedaktorin News

«Wir wollen nicht, dass ein zweiter Hund auf dem Bauernhof stirbt», sagt eine Tierretterin einer Polizistin am Telefon. Keine Minute später fällt ein Schuss. Kurz darauf ein zweiter – dann herrscht Stille. Die schrecklichen Szenen wurden in einem Video, das Blick von der Tierschutzorganisation «Anihelp» zugestellt wurde, festgehalten. 

Die Tragödie spielte sich am Mittwoch auf einem Bauernhof in Wasen im Emmental ab. Buddy, ein Appenzeller-Border-Collie-Mischling, wurde erschossen. Mutmasslich vom Schwiegervater der Besitzerin, die ebenfalls mit den Tierschützern vor Ort ist. Warum Buddy überhaupt bei ihm in Obhut war, ist unklar. Ebensowenig, wieso die Frau Tierretter beauftragt und nicht ihren Buddy allein beim Schwiegervater abholt.

Als die Einsatzkräfte mit zwei Streifenwagen auf dem Hof eintreffen, ist Buddy bereits tot. Die Kantonspolizei Bern bestätigt den Einsatz gegenüber Blick: «Der mutmassliche Beschuldigte tötete den Hund mit einer Schusswaffe.» Aufgrund der laufenden Ermittlungen macht die Polizei derzeit keine weiteren Angaben.

Wurde auch Aiko dort getötet?

Es ist nicht das erste Hunde-Drama auf dem Hof. Bereits im Februar geriet ein anderes Mitglied der Familie ins Visier der Behörden. Die Vorwürfe sind nicht minder grausam: Damals wurde der Deutsche Schäferhund Aiko mutmasslich mit Stahlkappenschuhen zu Tode getreten und anschliessend im angrenzenden Wald entsorgt. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern noch immer an.

Damit Buddy nicht das gleiche Schicksal passiert, hatten sich die aktiven Mitglieder der Tierschutzorganisation gemeinsam mit der Schwiegertochter auf den Hof begeben. Die Übergabe des Hundes war vorbereitet worden – in der Hoffnung, Buddy in Sicherheit zu bringen und ihm ein neues Zuhause zu ermöglichen. «Wir wollten dem Hund noch ein schönes Leben ermöglichen», meinte die Schwiegertochter zu Blick. «Seit der Tötung von Aiko lag uns das besonders am Herzen.» 

Als die Tierschützerin den Mann bittet, den Hund herauszugeben, weigert er sich. Daraufhin fragte sie, ob sie die Polizei verständigen solle. «Tun Sie das», entgegnet der Mann, geht zurück ins Wohnhaus und drückt ab. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Beteiligten bereits mit der Polizei telefoniert. Gemäss den Aussagen vor Ort habe der Vater gedroht: «Entweder der Hund oder ich.»

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«Wir wollen nicht, dass noch ein dritter Hund getötet wird»

Eigentlich hätte Buddy zunächst zu einer Pflegestelle gebracht werden sollen. Für den Freitag sei ein Tierarzttermin geplant gewesen. «Wir hatten bereits eine Pflegefamilie gefunden – ein Ehepaar mit zwei Tierschutzhunden», sagt Cynthia Güntensperger (50) von «Anihelp» gegenüber Blick. «Die Familie war völlig fassungslos, als sie erfahren haben, dass Buddy erschossen wurde. Sie teilten uns mit, dass ihr Herz gebrochen sei.»

Es befindet sich momentan noch ein dritter Hund im Umfeld der Familie. «Wir wollen nicht, dass mit Goliath noch ein dritter Hund getötet wird», sagt Güntensperger.

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