Darum gehts
- Unbekannte manipulierten bei Lüthi’s Fleischwaren in Köniz BE die elektronische Kühlsteuerung
- Die Filiale an der Könizstrasse bleibt wegen Temperaturabweichungen bis 20. November geschlossen
- In Europa greifen Hacker vernetzte Kühlsysteme an und erhöhen die Temperatur auf 50 Grad Celsius
Die Cyberkriminellen, die Kühlsysteme in ganz Europa im Visier haben, haben nun auch in der Schweiz ihr erstes Opfer gefunden: Die Berner Metzgerei Lüthi’s Fleischwaren wurde gehackt, wie SRF zuerst berichtet. In der Filiale in Köniz-Liebefeld manipulierten Unbekannte die elektronische Steuerung der Kühl- und Tiefkühlanlagen.
Auf seiner Website informiert der Betrieb mit insgesamt vier Standorten die Kundschaft über den Hack: «Vorübergehende Schliessung unserer Filiale in Köniz infolge eines Cyberangriffs», heisst es darin. Durch die Manipulation der Kühlsysteme sei es zu «erheblichen Temperaturabweichungen» gekommen. Die Anlagen wurden vorsorglich vom Netzwerk getrennt. Aufgrund des Vorfalls bleibt die Filiale an der Könizstrasse 235 bis zum 20. November, also über zwei Wochen, geschlossen.
Viele Hackerangriffe auf Kühlsysteme in den letzten Wochen
In den letzten Wochen kam es immer wieder zu Hackerangriffen auf Kühlschränke und Tiefkühltruhen in europäischen Supermärkten. Vor allem Detailhandelsketten in Frankreich waren betroffen, die Attacken weiteten sich aber auf mehrere europäische Länder aus. Erst vor wenigen Tagen meldeten Supermärkte in Schweden, Belgien und Irland erneut Probleme mit ihren Kühlsystemen.
Auch Schweizer Detailhändler sind im Visier der Kühlschrank-Hacker. So hat Coop ebenfalls entsprechende Versuche registriert, wie zuerst «20 Minuten» berichtet hat. Die Hacker blieben aber ohne Erfolg, bestätigte ein Sprecher gegenüber Blick. Bislang waren die Cyberattacken in der Schweiz ohne Erfolg – bis jetzt. Die Hacker gehen immer gleich vor: Sie dringen ins System von mit dem Internet verbundenen Kühlanlagen ein und erhöhen dann die Temperatur auf 50 Grad Celsius. Dadurch verderben alle gekühlten Lebensmittel. Wer hinter den Hacks steckt, ist nach wie vor nicht bekannt.
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