Gewalt und Drohungen bei Junioren-Fussballtunier in Pratteln BL – Trainerin wird verletzt
«Ich wurde von rund zehn Typen angegriffen»

Nach dem Final griffen Personen aus dem Umfeld des FC Concordia Basel eine Trainerin an. Die Frau musste sich medizinisch versorgen lassen.
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Es kam zu einem wüsten Angriff: Die Trainerin der Siegermannschaft aus dem Kanton Bern wurde angegriffen.
Foto: Google

Darum gehts

  • Nach Turniersieg in Pratteln wurde Berner Trainerin von 10-15 Personen attackiert
  • FC Concordia Basel für zwei Jahre vom Turnier ausgeschlossen
  • Über 200 Teilnehmende, Turnier zog sich über vier Wochenenden
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Ambitioniert reisten die C-Junioren eines Fussballclubs aus dem Kanton Bern am letzten Wochenende nach Pratteln BL. Der «Aquabasilea Cup» im Kultur- und Sportzentrum stand an – ein grosses Hallenturnier, mit insgesamt über 200 Teilnehmenden an vier Wochenenden.

Die Ziele der Berner Junioren waren gross. Jedoch überschattete ein gewalttätiger Angriff ihren Turniersieg. Nach der Pokalübergabe kam es zu einem wüsten Angriff auf ihre Trainerin!

Angriff beim Ausgang

Personen aus dem Umfeld des FC Concordia Basel passten die Trainerin der Turniersieger beim Ausgang ab. «Ich wurde von rund zehn Typen angegriffen», sagt die Trainerin.

Die Jugendlichen hatten die Trainerin zunächst frauenfeindlich beleidigt. «Einer schlug mir seinen Ellbogen in die Schulter, er wollte mir ins Gesicht schlagen», sagt die Frau. Der Schlag an die Schulter schmerzte, auch weil diese wegen einer Verletzung bereits angeschlagen war. Prellungen und blaue Flecken waren die Folgen. Die Trainerin musste sich medizinisch versorgen lassen.

«Bin froh, dass meinen Jungs nichts passiert ist»

Die Trainerin schrie um Hilfe, was die Angreifer abschreckte. Danach rief sie die Polizei. Ein Spielervater berichtete Blick, dass er beim Wegfahren mit dem Teambus noch die flüchtenden Jugendlichen sah. 

Die Angegriffene sagt, dass sie von einer Strafanzeige absehen werde, sofern die Angreifer innert Wochenfrist eine Entschuldigung liefern – sie möchte den Jugendlichen nicht die Zukunft verbauen. «Ich bin froh, dass meinen Jungs nichts passiert ist», sagt die Trainerin über ihr eigenes Team. «Lieber kassiere ich etwas als sie.»

Organisator schliesst FC Concordia aus

Das Hallenturnier organisierte der FC Pratteln. Der zuständige OK-Chef Roberto Cottone (53) bestätigte den Vorfall. Er sagt: «Ich bin schockiert!» Dass so etwas im Nachwuchssport passiere, sei «nicht zu glauben.» Er zog umgehend Konsequenzen: «Der FC Concordia Basel wird für die nächsten zwei Jahre vom Turnier ausgeschlossen.»

Blick weiss: Dem tätlichen Angriff am Ende des Turniers gingen bereits während des Turniers Unruhen und Beleidigungen vonseiten der Basler voraus. Davon berichtete der Veranstalter und Zeugen vor Ort. Auslöser der Unruhen war eine mutmassliche Manipulation des Spielbetriebs.

Bei einem Spiel, bei dem zwei verschiedene Teams des FC Concordia Basel aufeinandertrafen, liess eine Mannschaft das andere Team «offensichtlich und absichtlich» gewinnen. Daraufhin wertete die Turnierleitung das Spiel als forfait. Beide Teams des FC Concordia schieden daraufhin aus. Die Berner kamen dagegen eine Runde weiter.

«Dieses Fehlverhalten hat im Sport keinen Platz»

Die frustrierten Basler sollen daraufhin Wasser in die Richtung der Berner geworfen haben und den Veranstalter lautstark beleidigt haben. «Die negative Stimmung erreichte einen ersten Höhepunkt», so OK-Chef Cottone. Nach Unruhen in der Garderobe und Beleidigungen in Richtung des Berner Fussballclubs habe er die Mannschaft des FC Concordia Basel ermahnt.

Trotzdem kam es später zum Angriff auf die Trainerin – just im Moment, als die Frau ins Auto steigen wollte. Veranstalter Roberto Cottone wurde kurz nach dem Vorfall über das Ereignis informiert. Er sagt: «Dieses Fehlverhalten hat im Sport keinen Platz.»

Unmöglich, dass es ein Spieler von Concordia war

Die Verantwortlichen des FC Concordia Basel sind überzeugt, dass keine ihrer Spieler am Angriff beteiligt waren. Der Verein betont, dass die Gesundheit der Trainerin jederzeit oberste Priorität hatte. Seit Sonntag stehe der Verein in engem Austausch mit der Trainerin, der Mannschaft, Eltern, Betreuern und Zuschauern, um den Vorfall aufzuarbeiten.

Bisher könne keine schuldige Person benannt werden. In der Halle sei nichts Schlimmeres passiert. «Die Spieler waren emotional, das ist völlig normal in einem Turnier», so der Verein. Die Teams seien geschlossen mit dem Bus abgereist, weshalb eine Verwicklung auf dem Parkplatz «nicht möglich» gewesen sei.

Auch Fotos, Aussagen eines Sozialarbeiters und Beobachtungen von Zuschauern hätten keine Concordia-Spieler unter den Angreifern gezeigt. Der FC Concordia betont, dass Gewalt nicht zur Tradition des Vereins gehöre und man voll hinter den Spielern stehe. 

Immer wieder Gewalt im Junioren-Fussball

Der Fall reiht sich ein in eine Serie von Gewaltvorfällen im Schweizer Junioren-Fussball. Im November 2024 etwa schlug in der Waadt der Vater eines D-Junioren auf einen Referee ein und musste sich dafür vor Gericht verantworten. Im April 2025 gab es nach dem Cup-Halbfinal der A-Junioren in Menziken AG einen handfesten Streit. Und im Mai 2025 kam es nach einem Spiel der C-Junioren im Kanton Aargau erneut zu handgreiflichen Szenen. Fouls werden also regelmässig auch neben dem Platz begangen. 

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