«Wir erleben eine Epidemie der Gewalt an Frauen, das ist inakzeptabel», sagte SP-Co-Präsident Cédric Wermuth in der «Tagesschau» vom Freitagabend. Die aufgegleisten Massnahmen wie ein Nottelefon oder mehr Platz in Frauenhäusern genügen ihm nicht. Es scheitere an den Mehrheiten und am Geld, da brauche es ein Machtwort der Bevölkerung, so Wermuth.
22 Frauen in der Schweiz getötet
SP-Frauen-Co-Präsidentin Tamara Funiciello erhofft sich von der Initiative ein Ende der grossen kantonalen Unterschiede. Die Initiative garantiere Ressourcen und Qualitätsstandards in allen Kantonen - zum Beispiel mehr Frauenhäuser, Präventionskampagnen und Täterarbeit, sagte sie in derselben «Tagesschau»-Ausgabe.
Beim Geld gibt sich FDP-Frauen-Präsidentin Bettina Balmer vorsichtiger: Gewalt an Frauen sei real und ein schwerwiegendes Problem, sagte sie in der SRF-Sendung. Sie sei aber nicht einverstanden damit, «500 Millionen Steuergelder bürokratisch umzuverteilen». Viel sinnvoller wäre es, in den Kantonen gezielt Lücken zu schliessen, sodass Frauen überall Angebote haben.
Die Zahl der Femizide, der tödlichen Gewalttaten gegen Frauen, in der Schweiz ist im laufenden Jahr mit 22 Fällen auf ein Rekordhoch gestiegen. Erst in der vergangenen Woche hatte in Corcelles im Kanton Neuenburg ein Algerier seine Ehefrau und seine beiden Töchter erstochen.