Darum geht es bei der Halbierungs-Initiative
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Sparmassnahmen für die SRG:Darum geht es bei der Halbierungs-Initiative

Workshops vor Abstimmung über Halbierungs-Initiative
SRG erklärt eigenen Mitarbeitern den Mehrwert der SRG

Welchen Mehrwert bringt die SRG? SRG-Angestellte sollen diese Frage beantworten können. In internen Online-Kursen lernen sie es nun.
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Welchen Mehrwert bringt die SRG? Darüber informiert die SRG die eigenen Mitarbeiter.
Foto: keystone-sda.ch
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Marco LüssiBlattmacher

Vor der Volksabstimmung über die Halbierungs-Initiative lanciert die SRG das Format «SRG – kompakt und nah». Gemäss einem internen Schreiben handelt es sich um halbstündige Onlinetermine, bei denen interessierte Mitarbeitende «die wichtigsten Punkte zum Mehrwert (Public Value) erfahren, den die SRG mit ihren Angeboten schafft».

Nur: Muss man den Radio- und TV-Profis wirklich erklären, was sie mit ihrer Arbeit leisten? Oder geht es bei dieser Mitarbeiterschulung etwa darum, die Argumente noch einmal zu schärfen, mit denen die Angestellten ihren Familien- und Freundeskreis überzeugen sollen, am 8. März gegen die Halbierungs-Initiative zu stimmen?

SRG-Mitarbeiter erfahren «wichtigste Fakten»

Die SRG-Medienstelle lässt auf Anfrage verlauten, es handle sich um ein «kompaktes Angebot für jene Mitarbeitenden der SRG, die nochmals die wichtigsten Fakten inklusive wissenschaftlicher Hintergründe zur Rolle der SRG in einer dynamischen Medienwelt erfahren möchten». Dabei werde ihnen nicht nur Wissenswertes über den Mehrwert der SRG vermittelt, sondern sie könnten auch Fragen stellen und Anregungen einbringen. Es handle sich um ein internes Weiterbildungsangebot, das wie alle anderen solchen Kurse als Arbeitszeit gelte. Der aktuelle Online-Workshop sei die Weiterentwicklung eines erfolgreichen Fortbildungsangebots zu Public Value, das seit drei Jahren bestehe.

Zudem stellt die SRG gegenüber Blick klar: «Die SRG wie auch ihre Mitarbeitenden betreiben keinen Abstimmungskampf und geben entsprechend keine Abstimmungsempfehlungen ab.» Für die private Kommunikation der SRG-Mitarbeitenden gelte jedoch, dass diese als Privatperson selbstverständlich proaktiv auf den gesellschaftlichen Mehrwert der SRG und ihr Programmangebot hinweisen dürfen – «beispielsweise im privaten Umfeld oder auf den persönlichen Social-Media-Kanälen». Reaktiv könnten sie auch die möglichen Auswirkungen der Initiative thematisieren sowie sachliche Fehler und Falschinformationen richtigstellen, so die SRG-Medienstelle weiter. Dabei gelte: «Die persönlichen Beiträge sollten stets informativ, ausgewogen und respektvoll formuliert sein.»

Fake-News-Themenwoche bei SRF

Auf grosses Interesse scheint die interne Weiterbildung in Sachen SRG-Mehrwert beim Personal allerdings nicht zu stossen. Fünf Mal wurde der Workshop – teilweise unter der Leitung von prominenten Mitarbeitern wie «10 vor 10»-Moderator Arthur Honegger (46) – bisher durchgeführt. In Anspruch genommen haben die freiwilligen Onlinetermine laut SRG-Medienstelle insgesamt lediglich 285 der über 7000 SRG-Mitarbeiter.

In der heissen Phase vor der Abstimmung, die die SRG die Hälfte ihrer Gebühreneinnahmen kosten könnte, scheint man nicht nur gegen innen bemüht zu sein, den Mehrwert der SRG zu betonen – sondern auch gegen aussen. So lanciert SRF ausgerechnet in diesen Tagen eine Themenwoche zu Fake News. Ab dem 26. Januar soll gezeigt werden, wie das Faktencheck-Netzwerk des SRF arbeitet. Das Publikum ist aufgerufen, Videos, Bilder, Audios und Texte zur Prüfung einzureichen. Dass die Annahme der Halbierungs-Initiative zu einer massiven Zunahme von Fake News führen würde, ist eines der beliebtesten Argumente der Gegner.

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