Darum gehts
- Schweizer Städte und Gemeinden ergreifen Massnahmen gegen Airbnb-Belastungen für Einheimische
- Sigriswil verlangt Baubewilligungen, Luzern begrenzt Vermietung auf 90 Nächte
- 2022 stimmten 80% der Berner für strengere Regeln gegen Kurzzeitvermietungen
Es ist bequem für Touristen: Ein Klick und schon ist die Unterkunft für den nächsten Ferientrip gebucht. Und für Vermieter ist es lukrativ. Doch für viele Städte und Gemeinden wird Airbnb zu einer Belastung – und viele ergreifen Massnahmen. Auch damit es für Einheimische weiterhin bezahlbaren Wohnraum gibt.
Sigriswil BE am Thunersee beispielsweise hat eine Planungszone eingerichtet, nachdem im Jahr 2024 die Zahl der Airbnb massiv hochschnellte. Wer die Wohnung seither nur vorübergehend vermieten will, braucht eine Baubewilligung. Das hat gewirkt, wie die Gemeinde nach einem Jahr nun Bilanz in der «Berner Zeitung» zieht.
«Die Zahl der kurzzeitig vermieteten Wohnungen hat sich stabilisiert», sagte Gemeindepräsident Anton Ambühl. Nun sind weitere Regeln geplant: Die Bau- und Kurtaxen-Reglemente will die Gemeinde überarbeiten. Man wolle die Kurzzeit-Vermietungen nicht verbieten, hält die Gemeinde fest. Doch es brauche genügend Wohnungen für die Einheimischen.
Initiativen in Städten
Sigriswil ist im Kampf gegen Airbnb-Auswüchse nicht allein. Viele kleinere Gemeinden setzen ebenfalls drauf, wie zum Beispiel Iseltwald, Kandersteg oder Brienz, wie die «Berner Zeitung» berichtet.
Und auch in den Städten wurde die Politik aktiv. In der Stadt Bern zum Beispiel kommt gar eine «Lex Airbnb». 2022 stimmte das Stimmvolk dieser mit 80 Prozent zu. Doch vor der Umsetzung läuft ein juristisches Hickhack.
In der Stadt Luzern stimmte die Bevölkerung 2023 strengeren Regeln zu. Wohnungen dürften neu nur noch während maximal 90 Nächten kurzzeitig an Gäste vermietet werden. Eine ähnliche Regel gilt im Kanton Genf.
Und in der Stadt Zürich wurde im Oktober 2025 eine Initiative eingereicht, die ebenfalls eine 90-Tage-Regel vorsieht. In den Kantonen Basel-Stadt und Solothurn braucht es eine Bewilligung.