Wegen zu grüner Farbe
Jetzt packt der Ex-FDP-Chef über den Rasenkrieg aus

Was als Streit um einen Parkplatz begann, lief gehörig aus dem Ruder: Einsprachen, Polizeieinsatz und gegenseitige Vorwürfe inklusive. Und der Streit von Ex-FDP-Politiker Philipp Müller ist noch lange nicht vorbei.
Hinter dem grünen Rasen steckt ein Nachbarschaftsstreit. Müller wollte seinen Parkplatz begrünen, doch sein Nachbar legte Einsprache ein – und verlor.
Foto: ALEXANDRA WEY

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
Die Zusammenfassung von Blick+-Artikeln ist unseren Nutzern mit Abo vorbehalten. Melde dich bitte an, falls du ein Abo hast.
Riccarda_Campell_Praktikantin Wirtschaft_Blick_2-Bearbeitet.jpg
Riccarda CampellRedaktorin Politik

Ein saftig grüner Rasen trotz Trockenheitswelle und Bewässerungsverbot: Der Garten des ehemaligen FDP-Parteipräsidenten Philipp Müller (73) in Meisterschwanden AG sorgt für Schlagzeilen. Hat der ehemalige FDP-Chef gegen die Regeln verstossen? Das berichten Medien, nachdem die Polizei bei Müller vorgefahren ist. 

Jetzt enthüllt Müller gegenüber Blick, was wirklich dahintersteckt: ein erbitterter Nachbarschaftsstreit. Und der könnte sogar vor Bundesgericht landen.

Die Fehde begann im November 2025. Müller und seine Frau wollten ihren 35 Quadratmeter grossen Parkplatz begrünen und beantragten dafür eine Baubewilligung. «Wir versiegeln zu viele Böden in der Schweiz. Also wollten wir das Gegenteil machen und einen Teil unseres Parkplatzes renaturieren.»

Auf Hinweis des Bauverwalters wollten Müller und seine Frau das Einverständnis von Ralph Bury und seiner Mutter einholen, die zusammen im Nachbarhaus wohnen. Diese wollten jedoch nicht, dass sie den Parkplatz begrünen. Warum, sei Müller bis heute unklar: «Bury sieht ihn nicht einmal, weil eine grosse Hecke dazwischensteht.» Die Nachbarn legten dennoch Einsprache gegen das Baugesuch ein – und verloren. Auch ihre Beschwerde bei der nächsten Instanz in Aarau gegen die Bewilligung wurde abgewiesen. Dafür mussten die Nachbarn 1200 Franken zahlen. Nun ist zu erwarten, dass sich der Streit ans Verwaltungsgericht weiterzieht – und möglicherweise bis vor Bundesgericht.

Plötzlich standen zwei «schwer bewaffnete» Polizisten vor der Tür

«Wenige Tage nachdem Bury die Busse zahlen musste, kam der Racheakt», erzählt Müller. Plötzlich standen zwei «schwer bewaffnete» Polizisten vor seiner Haustür. Der ehemalige FDP-Parteipräsident ist überzeugt: Sein Nachbar Bury hatte die Regionalpolizei verständigt. Der Verdacht: Müller und seine Frau würden den Rasen trotz Bewässerungsverbot seit dem 26. Juni heimlich bewässern, schliesslich sei er noch immer saftig grün. 

«Die Polizisten sagten, sie hätten Wichtigeres zu tun. Mit Steuergeldern solchen Sachen nachzugehen, ist dicke Post», sagt Müller. Die Polizisten gingen dem Verdacht nach. Das Ergebnis: keine Busse. 

Wenig später sorgte der grüne Rasen für Schlagzeilen

Ein paar Wochen später wandte sich Nachbar Bury an die Medien. «Rundherum ist alles braun und stirbt ab. Es sieht aus wie in Afrika und unsere Sachen gehen kaputt und beim anderen Nachbarn ist alles schön grün», sagte er gegenüber Tele M1. Gerade jemand mit einer politischen Vergangenheit müsse sich an die Regeln halten und eine Vorbildfunktion übernehmen. Es «nerve» ihn, so Bury, wenn sich jemand die Freiheit nehme, geltende Vorschriften zu umgehen.

Doch für den grünen Rasen gibt es laut Müller eine ganz andere Erklärung: Ende April liess er im ganzen Garten neuen Rollrasen verlegen. Im Mai war er fertig. Zuvor war der Boden mit «Effektiven Mikroorganismen» (EM) behandelt worden. Das soll den Rasen widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Krankheiten machen. Als das Bewässerungsverbot am 26. Juni in Kraft trat, war der Rasen also bereits bestens auf den Sommer vorbereitet. «Deshalb ist der Rasen noch so grün.» 

Für Müller wäre die Sache damit eigentlich einfach gewesen: «Unser Nachbar hätte uns direkt fragen können, wieso unser Garten noch so grün ist. Aber es in die Medien zu ziehen, ist hinterhältig. Er macht es, um uns zu schaden.» Während Müllers Garten weiter grün bleibt, wird der Graben zwischen den Nachbarn immer tiefer.

Heiss diskutiert
    Meistgelesen