Wegen Wäldchen an der Autobahn
Nationales Unihockey-Zentrum wird nicht gebaut

Ein Waldstück an der A1 sorgt für Zoff. Ein kantonales Amt verhindert dessen Rodung – und bremst damit den Bau eines nationalen Leistungszentrums für Unihockey und Badminton.
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Im bernischen Lyssach steht ein Wald einem fast fertigen Projekt im Weg.

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Lyssach bei Bern blockiert ein kantonales Amt eine Rodungsbewilligung seit Jahren
  • Projekt umfasst Sportpark, Hotel, Ärztezentrum und Investition von 100 Millionen Franken
  • 9000 Quadratmeter Wald betroffen, 17 von 18 kantonalen Ämtern befürworten das Vorhaben
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Simone SteinerBundeshausredaktorin

Ein Stück Wald im bernischen Lyssach sorgt für einen erbitterten Streit. Die Sportverbände Swiss Unihockey und Swiss Badminton wollen dort ein nationales Leistungszentrum bauen. Dagegen stellt sich das Amt für Wald und Naturgefahren des Kantons Bern. Es hat dem Projekt die Rodungsbewilligung für das zwischen Autobahn und Hauptstrasse eingeklemmte Landstück zweimal in Folge verweigert, wie Plattform J berichtet.

Die Pläne für das «Paradisli» bestehen seit über fünf Jahren. Vorgesehen ist ein Sportpark mit einer Multifunktionshalle für bis zu 2500 Fans. Mit an Bord ist auch der Unihockeyverein SV Wiler-Ersigen. Präsident Reto Luginbühl sagt: «Unsere 300 Junioren müssten endlich nicht mehr an 20 verschiedenen Standorten trainieren.»

Neben den Sportanlagen umfasst das Projekt auch einen Gewerbepark. Geplant sind unter anderem ein Dreisterne-Hotel mit 140 Zimmern, ein Ärztezentrum mit Leistungsdiagnostik sowie ein Fitness- und Athletikcenter. Das Investitionsvolumen beträgt laut Schätzungen rund 100 Millionen Franken. Insgesamt würden rund 100 neue Arbeitsplätze entstehen, so Luginbühl zur Plattform J.

Waldrodung nur in Ausnahmefällen

Obwohl die Pläne seit mehr als fünf Jahren auf dem Tisch liegen, kommt das Mega-Projekt nicht voran. Mittlerweile haben 17 von 18 kantonalen Ämtern grünes Licht gegeben. Doch das Amt für Wald und Naturgefahren stellt sich noch immer quer: Es weigert sich, eine Rodungsbewilligung für das knapp 9000 Quadratmeter grosse Waldstück an der Autobahn zu erteilen.

Dabei beruft sich das Amt auf das Waldgesetz. Denn in der Schweiz dürfen Wälder nur in Ausnahmefällen gerodet werden – etwa für Bauten von öffentlichem Interesse. Die Behörde hält fest, es sei nicht nachgewiesen, dass das Leistungszentrum nicht auch an einem anderen Standort realisiert werden könnte.

Für Luginbühl ist diese Haltung unverständlich. Man habe mehrere Standorte geprüft – keiner biete auch nur annähernd diese Vorteile. Man erfülle zudem alle notwendigen Auflagen.

Gebracht haben diese Bemühungen bislang nichts. Das Sportprojekt hängt weiter in der Schwebe.

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